Klinsmann enthüllt: Dreimal fast zurückgetreten vor spektakulärem Hertha-Aus
Klinsmann: Dreimal fast zurückgetreten vor Hertha-Aus

Klinsmanns turbulente 76 Tage bei Hertha BSC: „Ich wollte schon dreimal vorher zurücktreten“

Jürgen Klinsmann, der als Spieler 1990 Weltmeister wurde und später Trainer beim DFB, Bayern München und Hertha BSC war, blickt nun im OMR-Podcast auf seine kurze, aber folgenreiche Zeit beim Hauptstadtklub zurück. Seine Verpflichtung am 27. November 2019 und sein spektakulärer Rücktritt am 11. Februar 2020 – nach nur 76 Tagen im Amt – haben bis heute Auswirkungen auf den Verein.

Die Nacht der Entscheidung und die Rolle von Investor Windhorst

Klinsmann erklärt: „Wenn ich es nicht gemacht hätte, hätte ich nie erfahren, ob es richtig oder falsch gewesen wäre. Lars Windhorst und die Führung von Hertha haben mich gebeten, es zu machen. Ich habe mich überreden lassen, und da war es nachts um 3 Uhr.“ Lars Windhorst, damals Investor bei Hertha, pumpte insgesamt 374 Millionen Euro in den Klub und hinterließ bei seinem Abgang 2023 ebenfalls nur Chaos.

Der ehemalige Bundestrainer stabilisierte den damals abstiegsbedrohten Bundesligisten zunächst sportlich. Doch schnell stellte er fest, dass die Strukturen im Klub nicht zu seiner ehrgeizigen Philosophie passten. Klinsmann betont: „Ich kann schnell rigoros Entscheidungen treffen.“

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Mehrfache Rücktrittsgedanken und das endgültige Aus

„Ich habe gemerkt, du passt da jetzt nicht hin. Das läuft in die verkehrte Richtung“, so Klinsmann. „Und ich bin halt ein Typ, wenn das mal anfängt, sich im Kopf hochzuspielen, dann kann ich auch schnell rigoros Entscheidungen treffen. Ich habe dann meine Frau in den USA angerufen und ihr gesagt: ‚Ich sitze morgen im Flieger.‘“

Doch dieser Impuls war nicht der erste. „Das war aber schon zwei-, dreimal zuvor so passiert. Ich hatte ein Gespräch mit Lars Windhorst schon drei Wochen davor und habe gesagt: ‚Ich bin raus hier.‘ Er hat mich überredet, weiterzumachen. Dann habe ich meinen Trainern das abends an der Hotelbar gesagt. Und ging dann am nächsten Morgen zum Manager und bin zurückgetreten.“

Rücktritt per Facebook und die Folgen

Seinen Rücktritt gab Klinsmann schließlich per Facebook bekannt – ein Schritt, der den Klub ins Chaos stürzte. Rückblickend sagt er: „Ich bereue das eine oder andere, was dann passiert ist. Die Art und Weise, wie ich da rausspaziert bin. Das hätte ich anders machen müssen. Ich hätte mir vielleicht eine PR-Agentur nehmen sollen, die hätte das viel besser erklären können.“

Doch an der grundsätzlichen Entscheidung hält er fest: „Das hätte aber nichts an der Entscheidung geändert. Ich war gottfroh, dass ich da raus war. In der Sache war es richtig.“ Seine kurze Amtszeit bei Hertha BSC bleibt damit ein prägendes Kapitel in der jüngeren Geschichte des Vereins, das bis heute nachwirkt.

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