DFB verhängt Geldstrafe gegen Köln nach Stadionsprecher-Eklat
Der 1. FC Köln muss nach den umstrittenen Äußerungen seines langjährigen Stadionsprechers Michael Trippel eine Geldstrafe in Höhe von 8.000 Euro zahlen. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat den Bundesligisten im Einzelrichterverfahren wegen unsportlichen Verhaltens verurteilt. Der Vorfall ereignete sich beim Heimspiel gegen Borussia Dortmund am 25. Spieltag, das Köln mit 1:2 verlor.
Zweifache Entgleisung am Stadionmikrofon
Michael Trippel, der seit 1999 als Stadionsprecher im RheinEnergie Stadion tätig ist, verlor während der Partie gleich zweimal die Contenance. Nach einer VAR-Entscheidung, die zur Roten Karte für Kölns Spieler Simpson-Pusey führte, brüllte der 71-Jährige ins Mikrofon: „Pfui! Widerlich!“ Nach dem Schlusspfiff folgte eine weitere kritische Äußerung: „Ich werde wahrscheinlich richtig Ärger kriegen, aber ich muss es loswerden: In der 95. Minute gab es ein klares Handspiel im Dortmunder Strafraum und das guckt sich noch nicht mal einer an.“
Strafmildernde Umstände durch Vereinsreaktion
Interne Befürchtungen des Vereins bezüglich einer möglichen Stadionsperre für Trippel beim anstehenden Derby gegen Borussia Mönchengladbach bestätigten sich nicht. Der DFB berücksichtigte bei der Strafzumessung die umgehende Reaktion der Vereinsführung. Geschäftsführer Thomas Kessler missbilligte die Aussagen Trippels unmittelbar nach dem Spiel öffentlich und erklärte: „Das ist eine Thematik, die gefällt mir nicht. Wir wollen nicht über den Stadionsprecher den Schiedsrichter bewerten.“
Zudem entschuldigte sich Trippel in einer schriftlichen Stellungnahme beim DFB-Kontrollausschuss für sein Verhalten. Diese Faktoren wirkten sich strafmildernd auf das Urteil aus und verhinderten eine härtere Sanktion.
Pikante Auflage für die Zukunft
Neben der Geldstrafe erteilte der DFB dem 1. FC Köln eine besondere Auflage. Der Verein muss seinen Stadionsprecher „in geeigneter Weise ausdrücklich darauf hinweisen, unsportliche Aussagen, insbesondere in Bezug auf Schiedsrichter, Schiedsrichterentscheidungen und andere Spielbeteiligte, zukünftig zu unterlassen“. Zudem sollen Stadiondurchsagen ausschließlich neutralen Inhalts sein.
Ab sofort steht Michael Trippel unter besonderer Beobachtung – sowohl seitens des Vereins als auch des DFB. Beim bevorstehenden Derby gegen Gladbach wird der Stadionsprecher erstmals nach seinem Eklat wieder aktiv sein, wobei eindeutig Deeskalation gefragt ist. Für den 1. FC Köln handelt es sich um einen einmaligen Vorgang in der Vereinsgeschichte, der zu dieser Form der Bestrafung führte.



