Kölns Trainer Kwasniok genießt die Sonne während über seine Zukunft entschieden wird
Am Tag der entscheidenden Krisensitzung über seine Zukunft beim 1. FC Köln präsentierte sich Trainer Lukas Kwasniok (44) erstaunlich gelassen. Während die Vereinsführung über sein Schicksal beriet, erschien der umstrittene Coach am Sonntagmorgen um 10.49 Uhr gut gelaunt am Kölner Geißbockheim.
Ein ungewöhnlicher Auftritt in kritischer Phase
Mit einem Rucksack bewaffnet und sichtlich entspannt begrüßte Kwasniok die wartenden Journalisten mit den Worten: „Picknick? Bin ich gar nicht eingeladen?“ Nach diesem kurzen Wortwechsel marschierte er zunächst in die Kabine, wo sich bereits vereinzelte Spieler wie El Mala, Krauß und Castro-Montes aufhielten.
Bereits um 11.09 Uhr – nur zwanzig Minuten nach seiner Ankunft – verließ Kwasniok das Trainingsgelände wieder. „Ich hatte heute Morgen ein wunderbares Frühstück mit meiner Frau. Jetzt gehe ich die Sonne genießen“, erklärte er den Reportern, bevor er in seinem Dienstwagen davonfuhr.
Die Hintergründe der Krisensitzung
Die außerordentliche Sitzung des Gemeinsamen Ausschusses, bestehend aus Vorstand, Aufsichtsrat, Beirat und Mitgliederrat, wurde nach dem enttäuschenden 3:3 gegen Borussia Mönchengladbach einberufen. Sportvorstand Thomas Kessler (40), der bereits um 8.51 Uhr am Geißbockheim eingetroffen war, äußerte sich ernüchtert: „Wir müssen das sachlich und rational analysieren. Wir haben die Länderspielpause vor der Brust. Wir haben heute eine große Enttäuschung, dass wir nur einen Punkt geholt haben. Die Erwartungshaltung war klar: drei Punkte.“
Diese klare Vorgabe hatte Kwasniok nicht erfüllen können, was seine Position massiv ins Wanken brachte. Unmittelbar nach dem Derby hatte der Trainer noch um seinen Posten gekämpft und betont: „Ich bin der richtige Mann am richtigen Ort mit der richtigen Mannschaft. Du musst erst mal einen finden, der mehr Überzeugung in sich trägt. Ich werde mit allem, was ich habe, um diesen Job kämpfen.“
Mögliche Nachfolger stehen bereit
Die Vereinsführung hat bereits mehrere Kandidaten für eine mögliche Nachfolge im Blick:
- René Wagner (37), aktueller Co-Trainer
- Friedhelm Funkel (72), ehemaliger Coach und Aufstiegstrainer
- Stefan Ruthenbeck (53), erfolgreicher U19-Trainer
Die Entscheidung über Kwasnioks Zukunft fällt in einer Phase, in der der FC Köln dringend positive Impulse benötigt. Die Länderspielpause bietet dem Verein die Möglichkeit, notwendige Weichenstellungen vorzunehmen und die Mannschaft auf die verbleibenden Saisonspiele vorzubereiten.
Während die Verantwortlichen im Geißbockheim über die sportliche Zukunft des Traditionsclubs beraten, zeigt sich der betroffene Trainer selbst erstaunlich unbeeindruckt von den Turbulenzen. Sein sonniger Spaziergang am Sonntagmittag steht symbolisch für die Gelassenheit, mit der er der ungewissen Zukunft entgegensieht – eine Haltung, die in der aktuellen Situation sowohl Bewunderung als auch Verwunderung auslöst.



