Kompany verteidigt Bayern-Strategie bei Comeback-Verletzungen
Beim FC Bayern München häufen sich in der aktuellen Saison die Fälle von Folgeverletzungen bei Spielern, die gerade erst von Blessuren zurückgekehrt sind. Prominente Beispiele sind Torhüter Manuel Neuer, Linksverteidiger Alphonso Davies und Offensivtalent Jamal Musiala. Trainer Vincent Kompany wehrt sich jedoch entschieden gegen den Vorwurf, der Club würde seine Stars zu früh und damit risikoreich einsetzen.
„Der gefährlichste Moment ist immer die Rückkehr“
„Der gefährlichste Moment ist immer, wenn man aus einer Verletzung zurückkommt. Wenn du schon Verletzungen hattest, ist das Risiko natürlich größer“, erklärte der 39-jährige Trainer in einer Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Spitzenspiel bei Bayer Leverkusen. Kompany betonte, dass der Verein mit äußerster Vorsicht agiere und keine unnötigen Risiken eingehe.
Als Beispiel führte er Torwart Manuel Neuer an, der sich bei seinem Comeback nach einer vorherigen Verletzung beim 4:1-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach einen Muskelfaserriss in der linken Wade zuzog. „Manuel war bereits für das Dortmund-Spiel wieder fit und wollte da schon spielen. Trotzdem haben wir eine zusätzliche Woche Pause eingeplant“, so Kompany. Diese Entscheidung unterstreiche den sorgsamen Umgang des Clubs.
Vorsichtiger Umgang mit Harry Kane
Auch bei Stürmer Harry Kane werde keine Eile an den Tag gelegt. Nach einer Wadenprellung verzichtete der Engländer auf einen Einsatz beim 6:1-Erfolg in der Champions League gegen Atalanta Bergamo. „Harry hat jetzt eine volle Trainingswoche absolviert, was vor dem Atalanta-Spiel nicht der Fall war. Auch bei ihm haben wir bewusst kein Risiko eingegangen“, erläuterte der Bayern-Coach.
Für das wichtige Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen am Samstag um 15:30 Uhr sieht die Lage jedoch anders aus. „Wenn er spielen kann, dann spielt er auch“, sagte Kompany mit Blick auf Kanes geplante Rückkehr. Der Trainer vertraut darauf, dass der Torjäger nach der intensiven Trainingswoche bereit für den Spitzenspiel-Einsatz ist.
Ausfälle und Comebacks im Bayern-Kader
Neben Manuel Neuer werden definitiv auch Jamal Musiala, Alphonso Davies und Torwart Jonas Urbig beim Spiel in Leverkusen fehlen. Der 22-jährige Urbig erlitt in Bergamo eine Gehirnerschütterung und wird durch den erfahrenen Sven Ulreich vertreten. Der 37-Jährige gibt nach anderthalb Jahren Pause sein Bundesliga-Comeback.
Für Urbig hofft Kompany auf eine Rückkehr in der kommenden Woche. Nationalspieler Jamal Musiala, der nach einer Schmerzreaktion am operierten linken Fuß pausieren muss, soll dann ebenfalls wieder ins Training einsteigen können. Mit der Rückkehr von Neuer und Davies rechnet der Trainer Anfang April nach der Länderspielpause. „Es hätte auch schlimmer kommen können“, resümierte Kompany zu den Verletzungsproblemen.
Herausforderung in Leverkusen erwartet
Gegen Bayer Leverkusen, das als Tabellensechster dringend Punkte für die erneute Champions-League-Qualifikation benötigt, erwartet Kompany eine äußerst schwierige Aufgabe. „Das wird alles andere als ein leichtes Spiel. Leverkusen war in der Vergangenheit schwer zu knacken“, sagte der Trainer.
Er verwies auf die Schwierigkeiten, die selbst ein Team wie Arsenal London in der Vergangenheit mit Leverkusen hatte. „Wenn Arsenal dort Probleme hatte, dann weiß auch Bayern, dass wir mit einer speziellen Leistung und etwas mehr Biss auftreten müssen, wenn wir etwas mitnehmen wollen.“
Kompany machte deutlich, dass seine Mannschaft sich auf eine taktisch disziplinierte und kämpferische Leistung einstellen muss, um im BayArena erfolgreich zu sein. Die Verletzungsprobleme stellen dabei eine zusätzliche Herausforderung dar, die der Trainer jedoch mit der bewährten Vorsichtsstrategie zu meistern hofft.



