Kompany über Anti-Rassismus-Rede: „Ein spontaner Moment, der die Welt bewegt“
Seine Worte hallen weltweit nach: Vincent Kompany (39), Trainer des FC Bayern München, hat mit einer emotionalen Rede gegen Rassismus international für Aufsehen gesorgt. Die elfminütige Ansprache, die der Belgier mit kongolesischen Wurzeln am Freitag vor dem Bundesliga-Spiel hielt, findet in Medien wie der New York Times und der BBC breite Resonanz.
„Aus dem Gefühl, von Herzen gesagt“
Bei der Pressekonferenz nach dem 3:2-Sieg gegen Eintracht Frankfurt am Samstagabend sprach Kompany über den bewegenden Moment. „Es war für mich ein ganz spontaner Moment“, erklärte der Coach. „Dieses Gefühl hatte ich am Freitag und hatte es wahrscheinlich schon oft in meinem Leben. Und es wird wahrscheinlich auch noch so sein in Zukunft.“
Der Bayern-Trainer betonte, dass er seine Aussagen nicht ständig wiederholen wolle: „Ich glaube nicht, dass wir etwas gewinnen, wenn ich das jetzt noch in den nächsten Tagen immer wiederhole.“ Stattdessen hofft er auf nachhaltige Wirkung: „Ich habe in diesem Moment alles gesagt und ich hoffe, dass die Tür offen bleibt, damit wir aus diesem Moment wachsen.“
Hintergrund: Der mutmaßliche Rassismus-Vorfall um Vinícius Júnior
Auslöser für Kompanys leidenschaftlichen Monolog war ein mutmaßlicher Rassismus-Vorfall im Champions-League-Spiel zwischen Real Madrid und Benfica Lissabon. Der Star von Real Madrid, Vinícius Júnior (25), soll von Gegenspieler Gianluca Prestianni (20) wegen seiner Hautfarbe beleidigt worden sein.
Kompany nutzte die Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Spiel, um sich zu diesem Thema zu äußern – und entwickelte dabei einen eindringlichen Appell gegen Rassismus im Fußball und in der Gesellschaft. Seine zentralen Anliegen:
- Eine offene Diskussion über Rassismus fördern
- Über Lagerdenken hinauswachsen
- Aus der Situation gemeinsam gestärkt hervorgehen
Die Werte des Vaters weitergeben
Besonders bewegend war, dass Kompany in seiner Rede seinen Vater Pierre Kompany (78) erwähnte, der in den 1970er Jahren nach Belgien geflüchtet war und als erster schwarzer Bürgermeister des Landes Geschichte schrieb. Am Samstag war der Senior sogar im Stadion anwesend, obwohl Vater und Sohn bis zur Pressekonferenz noch keine Gelegenheit zum Austausch hatten.
„Noch nicht und ich muss ehrlich sagen: Was ich gesagt habe, habe ich in der Spielvorbereitung gesagt, ein Tag vor dem Spiel“, erklärte Kompany. „Deswegen habe ich letztendlich fast keine Zeit gehabt, mit Leuten darüber zu diskutieren.“
Lob von allen Seiten
Die Reaktionen auf Kompanys Rede fallen durchweg positiv aus. Besonders bemerkenswert ist das Lob von Sportvorstand Max Eberl (52), der bei Sky sagte: „Mich hat es brutal berührt, was Vinnie in den 12 Minuten gesagt hat. Er ist ein außergewöhnlicher Mensch, eine große Persönlichkeit.“
Eberl fügte hinzu: „Alles, was er gesagt hat, bitte so stehen lassen und so leben.“ Diese Unterstützung aus den eigenen Reihen unterstreicht, wie sehr Kompanys Wertehaltung auch im Verein verankert ist.
Die internationale Medienresonanz zeigt, dass Kompanys spontane Rede nicht nur im deutschen Fußball, sondern weltweit als wichtiger Beitrag im Kampf gegen Rassismus wahrgenommen wird. Der Bayern-Trainer hat mit seinen elf Minuten und 54 Sekunden einen Dialog angestoßen, der weit über den Sport hinausreicht.



