Kovac kontert Rangnick in Fremdsprachen-Debatte
Ein verbales Fernduell zwischen Borussia Dortmund und Österreich-Trainer Ralf Rangnick (67) entzündet sich an den Deutsch-Kenntnissen von Mittelfeld-Star Carney Chukwuemeka (22). Der Brite hatte sich kürzlich entschieden, künftig für sein Geburtsland Österreich statt für England aufzulaufen, und debütierte erfolgreich in Testspielen gegen Ghana (5:1) und Südkorea (1:0). Rangnick kritisierte öffentlich, Chukwuemeka verfüge nicht über ausreichende Deutsch-Kenntnisse, was im Interesse der Klubs – insbesondere des BVB – liegen müsse.
Kovac verteidigt internationale Ausrichtung des BVB
BVB-Trainer Niko Kovac (54) reagierte nun auf einer Pressekonferenz deutlich auf die Vorwürfe. „Wir sind ein internationaler Club, wir sind in der globalen Welt“, betonte Kovac. „Da geht’s darum, dass man auch verschiedene Sprachen spricht als Trainer, und wir sprechen hier wirklich sehr viel Englisch.“ Er verwies auf den sportlichen Erfolg des BVB, der aktuell souveräner Tabellenzweiter der Bundesliga ist: „Wenn wir aneinander vorbeireden würden, würden wir nicht da stehen, wo wir stehen.“
Kovac zog zudem Vergleiche zu anderen Sportarten: „Das ist im Basketball völlig normal. Das ist im Handball auch immer mehr normal. Also im Fußball wird’s auch immer internationaler. Also von daher ist es für uns überhaupt kein Problem.“ Damit positionierte er den BVB klar als weltoffenen Verein, der sprachliche Vielfalt als Stärke ansieht.
Rangnicks Forderung nach verpflichtendem Deutsch-Unterricht
Rangnick hatte zuvor im O-Ton kritisiert, dass Klubs wie der BVB darauf achten sollten, regelmäßig Deutsch-Unterricht für Spieler wie Chukwuemeka anzubieten. „In Leipzig oder Hoffenheim war das Pflicht – dreimal pro Woche Deutsch-Unterricht“, erklärte der Österreich-Trainer. „Wer fehlte, wurde behandelt, als hätte er das Training versäumt. Aber jeder Verein handhabt das natürlich anders.“ Seine Äußerungen sorgten in der Dortmunder Führungsetage für Irritation, da eine persönliche Kontaktaufnahme als professioneller empfunden worden wäre.
BVB sieht sich inhaltlich im Recht
Der BVB verteidigt sein Vorgehen und betont, dass Chukwuemeka sogar einen Integrationsbeauftragten zur Seite gestellt wurde. Dies unterstreicht das Engagement des Vereins für die Eingliederung internationaler Spieler, auch wenn es nicht den strikten Vorgaben Rangnicks entspricht. Die Debatte wirft grundsätzliche Fragen zur Sprachpolitik im Profifußball auf, insbesondere vor dem Hintergrund zunehmender Internationalisierung.
Ob das öffentlich ausgetragene Thema in der Vorbereitung auf die WM in den USA, Kanada und Mexiko noch eine Fortsetzung findet, bleibt abzuwarten. Die unterschiedlichen Herangehensweisen von Vereinen und Nationaltrainern in Sprachfragen zeigen jedoch, dass es hier keinen einheitlichen Standard gibt. Für den BVB steht fest: Die Kommunikation mit Chukwuemeka funktioniert, wie der sportliche Erfolg beweist.



