Kovac verteidigt englischsprachige Kommunikation beim BVB gegen Rangnicks Deutsch-Kritik
Kovac kontert Rangnicks Deutsch-Kritik an Chukwuemeka

Kovac kontert Rangnicks Kritik an mangelnden Deutschkenntnissen

Niko Kovac, der Cheftrainer von Borussia Dortmund, hat gelassen auf die scharfe Kritik von Österreichs Nationaltrainer Ralf Rangnick an den Deutschkenntnissen des Mittelfeldspielers Carney Chukwuemeka reagiert. In einer Pressekonferenz am Donnerstag vor dem Bundesliga-Spiel gegen den VfB Stuttgart verteidigte Kovac die englischsprachige Kommunikation innerhalb seines Teams und verwies auf die internationalen Standards im modernen Fußball.

Internationaler Club in einer globalen Welt

„Wir sind ein internationaler Club, wir sind in der globalen Welt. Da geht es darum, dass man als Trainer verschiedene Sprachen spricht, und wir kommunizieren hier wirklich sehr viel auf Englisch“, erklärte Kovac. Er betonte, dass die Verständigung innerhalb der Mannschaft ausgezeichnet funktioniere, was sich auch in den sportlichen Erfolgen in der Bundesliga widerspiegele. „Wenn wir aneinander vorbeireden würden, dann würden wir nicht da stehen, wo wir aktuell in der Tabelle positioniert sind“, so der BVB-Trainer weiter.

Vergleich mit anderen Sportarten

Kovac zog dabei einen interessanten Vergleich zu anderen Disziplinen, in denen mehrsprachige Teams längst Alltag sind. „Im Basketball ist das völlig normal. Auch im Handball wird es immer üblicher. Der Fußball wird zunehmend internationaler, daher stellt dies für uns überhaupt kein Problem dar“, führte er aus. Diese Aussagen stehen im direkten Kontrast zu den Bemerkungen von Ralf Rangnick, der sich nach dem Länderspiel-Debüt Chukwuemekas für Österreich überrascht zeigte, dass der Spieler trotz seines Wechsels zum BVB im Sommer 2024 kaum Deutsch spreche.

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Auslöser der Debatte

Die Kontroverse entfachte sich nach dem Freundschaftsspiel Österreichs gegen Ghana, das mit einem 5:1-Sieg endete. Rangnick hatte kritisiert, dass bei seinen früheren Stationen wie RB Leipzig oder TSG Hoffenheim Deutschunterricht für ausländische Spieler verpflichtend gewesen sei. Wer hier fehlte, wurde behandelt, als hätte er unentschuldigt beim Training gefehlt. Kovac konterte diese Ansicht mit einem Verweis auf den dichten Terminkalender im Profifußball, der wenig Raum für intensiven Sprachunterricht lasse.

Sportliche Integration hat Priorität

„Wie soll man dann auch noch die notwendige Zeit finden, um Deutsch-, Französisch- oder Englischstunden regelmäßig zu absolvieren?“, fragte sich Kovac rhetorisch. Für ihn steht eindeutig die sportliche Integration im Vordergrund. Chukwuemeka, der im Sommer für etwa 20 Millionen Euro vom FC Chelsea ins Ruhrgebiet wechselte, hat sich sportlich längst in die Mannschaft eingefügt und festgespielt. Nach seinem Premierentor für die österreichische Nationalmannschaft sieht Kovac das junge Talent „höchst motiviert“ für das anstehende Topspiel in Stuttgart.

Schlüsselrolle gegen Stuttgart

Dort könnte Chukwuemeka eine entscheidende Rolle übernehmen, da er als erster Kandidat gilt, den verletzten Felix Nmecha im zentralen Mittelfeld zu ersetzen. „Er ist für das Wochenende sicherlich bestens vorbereitet“, so Kovac abschließend. Diese Aussagen unterstreichen das Vertrauen des Trainers in die Fähigkeiten des Spielers, unabhängig von seinen Sprachkenntnissen. Die Debatte zeigt einmal mehr die Spannungen zwischen traditionellen Ansätzen und der zunehmenden Internationalisierung im Profifußball.

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