Kruse rüffelt Nagelsmann: 'Leistungsprinzip absolut gecrasht' - Heftige Kritik an Undav-Rolle
Kruse rüffelt Nagelsmann: 'Leistungsprinzip gecrasht'

Kruse rüffelt Nagelsmann: 'Leistungsprinzip absolut gecrasht'

Ex-Nationalspieler Max Kruse hat in seinem Podcast Flatterball heftige Kritik an Bundestrainer Julian Nagelsmann geäußert. Der Anlass ist die klar definierte Joker-Rolle, die Nagelsmann für Deniz Undav festgelegt hat. Kruse bemängelt, dass dadurch das Leistungsprinzip in der deutschen Nationalmannschaft ausgehebelt werde.

Undav trotz Toren in der Joker-Rolle

Trotz seines Siegtreffers beim 2:1 gegen Ghana bekam Deniz Undav nach dem Spiel von Julian Nagelsmann Kritik zu hören. Der 29-jährige Stürmer wird aller Voraussicht nach nur in einer Reservistenrolle bleiben, so wie es der Bundestrainer in einem vorherigen Gespräch festgelegt hat. Max Kruse kann mit dieser Vorgehensweise herzlich wenig anfangen. „Zu sagen, ich hatte mit dem ein Rollengespräch und das steht schon alles für die WM fest. Da sagst du dem Spieler: Du kannst spielen, wie du willst, und kannst dich anstrengen, wie du willst. Und am Ende sitzt du sowieso maximal auf der Bank“, übte der frühere Angreifer deutliche Kritik.

Kruse bemängelte zudem, dass Nagelsmann keine klare Linie an den Tag lege und sich in eine falsche Richtung bewege. „Dieses Leistungsprinzip, von dem Julian Nagelsmann vor sechs Monaten geredet hat, ist absolut gecrasht. Und das hat in der deutschen Nationalmannschaft nichts zu suchen“, so der ehemalige Profi.

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Harnik mit gemischten Gefühlen

Kruses Podcast-Partner Martin Harnik nahm den Bundestrainer hingegen teilweise in Schutz. „Bei der EM hatte Julian Nagelsmann auch diese Rollenverteilung, die ich sehr gut und wichtig finde, dass jeder seinen Platz kennt“, führte der 38-Jährige aus. Allerdings ist auch Harnik der Ansicht, dass diese Rollen nicht starr sein sollten. „Natürlich kann sich die Rolle durch gute oder schlechte Leistungen verändern. Aber dass man zumindest erst mal weiß, woran man ist und was man zu tun hat“, erläuterte er.

Harnik hätte sich jedoch gewünscht, dass Undav nicht voreilig in eine Schublade gesteckt worden wäre. „Bei Undav sehe ich es aufgrund der Leistungen von ihm und der Nicht-Leistungen seiner Konkurrenten für zu frühzeitig an“, machte er deutlich. Insbesondere störte sich der frühere Werder- und HSV-Stürmer an der Art und Weise, wie Nagelsmann den Siegtreffer von Undav kommentierte. „Im Grunde genommen wird dieses Tor von Undav schlecht gesprochen, um seine eigenen Entscheidungen zu rechtfertigen“, bemängelte Harnik.

Statistiken sprechen für Undav

Der Blick auf die aktuellen Zahlen gibt den Kritikern recht. Während Nick Woltemade im Kalenderjahr 2026 noch kein Premier-League-Tor erzielt hat und sich Kai Havertz nach seiner langen Verletzungspause erst noch heranarbeiten muss, gehört Deniz Undav aktuell zu den treffsichersten Stürmern in Europa. In 38 Pflichtspielen in der laufenden Saison kommt der Stuttgarter auf beeindruckende 23 Tore und 13 Vorlagen. Alleine in den letzten sechs Bundesligaspielen glückten ihm sieben Tore und zwei Assists.

Neben Harnik und Kruse hatten jüngst schon weitere Fußball-Größen wie Lothar Matthäus, Dietmar Hamann und Stefan Effenberg Kritik an Julian Nagelsmann geäußert. Der Bundestrainer muss nun aufpassen, dass die Undav-Debatte nicht zu einem noch größeren Störfaktor für die Nationalmannschaft wird. Die Diskussion um das Leistungsprinzip und die faire Behandlung von Spielern bleibt ein zentrales Thema im deutschen Fußball.

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