Champions League: Legenden verteidigen Vinícius nach mutmaßlicher rassistischer Beleidigung
In einer hitzigen Champions-League-Nacht in Lissabon ist ein mutmaßlich rassistischer Vorfall während des Playoff-Spiels zwischen Real Madrid und Benfica Lissabon in den Fokus gerückt. Ein Wortwechsel zwischen Gianluca Prestianni und Vinícius Junior soll dabei in eine rassistische Beleidigung gemündet sein. Obwohl eine offizielle Bestätigung noch aussteht, sorgt die Szene international für Aufsehen und Empörung.
Prominente Ex-Profis verurteilen den Vorfall scharf
Vor allem die Reaktionen prominenter Fußballlegenden heizen die Debatte weiter an. Bei CBS Sports fand Thierry Henry deutliche Worte: „Gianluca Prestianni, sag uns, was du gesagt hast. Sei ein Mann. Warum bedeckst du deinen Mund mit deinem Trikot? Ist es dir vielleicht kalt?“ Der Weltmeister von 1998 zeigte sich solidarisch mit dem Brasilianer und verwies auf wiederholte Vorfälle in Spanien.
Sein Kollege Micah Richards legte nach und bezeichnete Prestianni als „ein Feigling. Vinícius Júnior würde nicht lügen.“ Henry ergänzte: „Ich kann nachempfinden, was Vinícius durchmacht. Manchmal fühlt man sich allein, weil dein Wort gegen ihres steht.“
„Kein Platz für Rassismus“ – Seedorf und Sneijder deutlich
Clarence Seedorf bezog bei Prime Video klar Stellung: „Ich denke, die Tatsache, dass Vini seit vielen Jahren in Spanien eine schwierige Situation durchlebt, lässt sich nicht verbergen … Wir müssen klarstellen, dass es keine Rechtfertigung für rassistische Beleidigungen gibt: Dafür gibt es keinen Platz.“
Noch schärfer formulierte es Wesley Sneijder bei Ziggo Sport: „Prestianni sollte ein Mann sein und seinen Mund nicht bedecken, wenn er das zu Vinícius sagt. Wenn du es schon sagst, dann sag es wenigstens, ohne deinen Mund zu bedecken... Es ist skandalös, dass Menschen Schwarze immer noch als ‚Affen‘ bezeichnen!“ Sneijder verwies zudem darauf, dass Prestianni schwarze Teamkollegen habe.
Weitere Kritik an Benficas Otamendi
Neben dem rassistischen Vorfall kritisierte Sneijder auch Benficas Nicolás Otamendi, der im Spiel vor Vinicius auf sein WM-Tattoo gezeigt hatte. Sneijder nannte das Verhalten „super kindisch“ und hob die sportlichen Erfolge des Brasilianers mit Real Madrid hervor.
Ob und welche Konsequenzen der Vorfall nach sich zieht, ist bislang offen. Die UEFA hat die Ermittlungen aufgenommen. Klar ist: Die Szene von Lissabon entfacht erneut die Diskussion über Rassismus im Fußball und zeigt, wie dringend Handlungsbedarf besteht.



