Leipzig-Marathon ohne Rekordsieger: Nic Ihlow sagt nach vier Siegen in Folge ab
Leipzig-Marathon: Rekordsieger Nic Ihlow sagt ab

Traditioneller Stadtmarathon verliert seinen Seriensieger

Der Leipzig-Marathon, der zu den ältesten und landschaftlich reizvollsten Stadtmarathons Deutschlands zählt, steht vor seiner 48. Auflage mit einer unerwarteten Wendung. Der ungeschlagene Rekordsieger Nic Ihlow (30) vom SC DHfK Leipzig hat seine Teilnahme kurzfristig abgesagt und hinterlässt damit eine spürbare Lücke im Starterfeld.

Vier Siege in Folge seit 2019

Nic Ihlow hatte eine beeindruckende Siegesserie beim Leipzig-Marathon aufgebaut. Seinen ersten Triumph feierte er bereits im Jahr 2019. Nach der pandemiebedingten Pause kehrte er zurück und sicherte sich auch in den Jahren 2023, 2024 und 2025 erneut den Sieg. Damit war er seit sechs Jahren der unangefochtene Champion auf der anspruchsvollen Strecke, die von der Red Bull Arena über das Gewandhaus und das imposante Völkerschlachtdenkmal führt und schließlich im Sportforum endet.

„Die Entscheidung ist in der Nacht gereift, dieses Jahr den Platz frei zu machen für einen neuen Marathon-Gewinner. Ich werde Sonntag also leider nicht am Start sein“, erklärte Ihlow gegenüber Medien. Der Grund für seinen Rückzug ist gesundheitlicher Natur: Der Spitzenläufer leidet unter einem Infekt, den er sich direkt nach seiner erfolgreichen Teilnahme am Hannover-Marathon am vergangenen Wochenende zugezogen hat.

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Erfolgreicher Einsatz als Tempomacher

Beim Hannover-Marathon, der gleichzeitig als Deutsche Marathon-Meisterschaft ausgetragen wurde, übernahm Ihlow eine wichtige Rolle als Tempomacher. Er führte Domenika Mayer (35) aus Regensburg zu einer persönlichen Bestzeit von 2:21:26 Stunden und damit zum nationalen Meistertitel. Dieser Einsatz forderte jedoch offenbar seinen Tribut und zwang ihn nun zur Pause.

Neuer Favorit mit ungewöhnlicher Karriere

Mit der Absage von Nic Ihlow rückt ein anderer Athlet in den Fokus: Jakob Lange (30) aus Oberbayern. Der ehemalige Wintersportler gewann in den vergangenen beiden Jahren den Halbmarathon in Leipzig und gilt nun als aussichtsreichster Kandidat für den Gesamtsieg. Lange blickt auf eine bemerkenswerte sportliche Laufbahn zurück.

Jahrelang zählte er zu den vielversprechendsten deutschen Talenten in der Nordischen Kombination. 2013 wurde er Junioren-Weltmeister mit dem Team und absolvierte insgesamt 90 Weltcup-Starts. Der große Durchbruch auf internationaler Ebene blieb jedoch aus, weshalb er im Februar seine Karriere im Wintersport beendete und zum Marathonlauf wechselte.

„Der Wechsel erfolgte durchaus ambitioniert“, betonen Experten. Bereits kurz nach seiner Entscheidung lief Lange in Sevilla eine respektable Zeit von 2:16:40 Stunden über die klassische Marathondistanz von 42,195 Kilometern. Eine ähnliche Leistung wird auch für den Leipzig-Marathon erwartet.

Großes Teilnehmerfeld trotz Absage

Trotz des Ausfalls des Rekordsiegers bleibt der Leipzig-Marathon ein bedeutendes Sportereignis. Insgesamt werden mehr als 14.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer über vier verschiedene Distanzen an den Start gehen. Die Veranstaltung beginnt am Sonntag um 9:30 Uhr und verspricht auch ohne Ihlow spannende Wettkämpfe und eine festliche Atmosphäre in der sächsischen Metropole.

Die Strecke führt die Läufer durch historisch und architektonisch bedeutsame Teile der Stadt, vorbei an bekannten Wahrzeichen und durch lebendige Viertel. Der Leipzig-Marathon verbindet somit sportliche Höchstleistungen mit urbanem Flair und einer langen Tradition, die bis in die 1970er Jahre zurückreicht.

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