FC Liverpool: Champions-League-Aus löst tiefgreifende Krisenanalyse aus
Der FC Liverpool hat das Viertelfinale der Champions League auf enttäuschende Weise verlassen. Nach einer 0:2-Niederlage im Rückspiel gegen Paris Saint-Germain steht fest: Die Reds scheiden sang- und klanglos aus und verspielen damit eine weitere Titelchance. Die gesamte Saison entwickelt sich immer mehr zu einer kleinen Katastrophe, die nun eine umfassende Ursachenforschung notwendig macht.
Ein trostloser Abend mit weitreichenden Konsequenzen
Es war ein Abend voller Frustration an der Anfield Road. Nach der bereits eine Woche zuvor erlittenen 0:2-Niederlage im Hinspiel konnte Liverpool auch im Rückspiel gegen PSG nicht überzeugen und verlor erneut mit 0:2. Damit endete Mohamed Salahs letzter Auftritt in der Königsklasse für den Klub ebenso enttäuschend wie im Prinzip die gesamte Saison verlaufen ist.
Dabei hatte der Verein im vergangenen Sommer massiv in neue Spieler investiert. Fast 500 Millionen Euro flossen in den Kaderaufbau, doch bislang zeigt sich wenig davon. Statt eines schlagkräftigen Ensembles gibt es zahlreiche Baustellen, viele offene Fragen und bereits verpasste Ziele.
Die sportliche Bilanz fällt überaus düster aus
In der Premier League liegt das Team von Trainer Arne Slot als Tabellenfünfter deutlich zurück und muss sogar um die erneute Qualifikation für die Champions League zittern. Die Reise im FA Cup endete bereits nach einer deutlichen 0:4-Niederlage bei Manchester City, und nun ist auch international Endstation. Ohne eine einzige verbliebene Titelchance rückt an der Anfield Road zunehmend die Frage in den Fokus: Wer trägt die Verantwortung für die anhaltende Misere?
- Der Trainer an der Seitenlinie mit seinen taktischen Entscheidungen?
- Die Klubführung mit ihrer umstrittenen Transferpolitik?
- Oder doch die Mannschaft selbst, in der viele Leistungsträger hinter den Erwartungen zurückbleiben?
Kritik an Trainer Arne Slot wird immer lauter
Für Slot wiegt das Aus in der Champions League zweifellos schwer. Zwar betonte der Niederländer nach der Niederlage, positive Ansätze erkannt zu haben, und verwies auf eine vermeintlich rosige Zukunft. Doch unstrittig ist die mangelnde Reife der Mannschaft in entscheidenden Momenten. Die Bilanz von vier Gegentoren ohne eigenen Treffer in zwei Spielen gegen PSG unterstreicht die Defizite eindrücklich.
Entsprechend geraten auch Slots personelle Wechsel und taktische Ansätze stärker ins Blickfeld. Für besonderes Stirnrunzeln sorgte die Entscheidung, den lange verletzten Alexander Isak ausgerechnet im entscheidenden Rückspiel gegen PSG von Beginn an aufzustellen. Die Kritik am 47-Jährigen wird lauter, da es ihm in seinem zweiten Jahr in England nicht gelungen ist, die kostspieligen Neuzugänge zu einem funktionierenden Kollektiv zu formen.
Neuzugänge enttäuschen, erfahrene Spieler bleiben hinter Erwartungen zurück
Das gilt nicht nur für Isak, sondern auch für Florian Wirtz. Der deutsche Nationalspieler war am Dienstag zwar bemüht, blieb aber ohne zählbaren Ertrag: kein Tor, kein Assist, kein Pass, der eine Großchance einleitete. „Er ist vielleicht das Spiegelbild von Liverpool aktuell“, urteilte Prime-Video-Experte Matthias Sammer. „Du siehst das Können, aber du siehst nicht das ganz Besondere.“
Dazu kommt: Auch erfahrene Leistungsträger wie Mohamed Salah erreichen längst nicht mehr das Niveau ihrer besten Jahre und bleiben regelmäßig hinter den eigenen Ansprüchen zurück. Die Transferpolitik der vergangenen Monate wird intensiv hinterfragt: Wurden die richtigen Profile verpflichtet? Wurden bestehende Probleme konsequent genug adressiert?
Der Abgang von Luis Díaz wiegt schwer
Einer der Akteure, dessen Fehlen besonders schmerzt, ist Luis Díaz. Der heute für den FC Bayern spielende Flügelstürmer gehörte in den vergangenen Jahren zu den prägenden Unterschiedsspielern in Liverpool. Mit seiner Explosivität und seinem Dribbling brachte er eine Qualität ins Spiel, die dem Team aktuell weitgehend fehlt. Gerade gegen tief stehende Gegner vermissen die Reds genau diesen Spielertyp – einen Akteur, der Räume aufreißt und kompakte Defensiven knackt.
Das wirkt sich unter anderem auf Florian Wirtz aus. Weil Cody Gakpo auf der linken Außenbahn derzeit nur selten überzeugt, wird der deutsche Nationalspieler dort häufig zweckentfremdet eingesetzt. So kann er seine Stärken im Zentrum nur selten ausspielen, was wohl ein Grund für seine bislang durchwachsene Bilanz ist.
Veränderungen sind dringend notwendig
Offenbar sieht auch Trainer Slot den Transfermarkt als Lösung für die zahlreichen Baustellen. „Mal sehen, ob wir nach dem Verkauf einiger guter Spieler diesen Sommer neue Spieler hinzufügen können“, wird der Niederländer nach dem Aus in der Königsklasse zitiert. Ob er selbst dann noch im Amt sein wird, ist allerdings offen. An der Anfield Road hält sich hartnäckig der Name Xabi Alonso, der von vielen bereits als möglicher künftiger Trainer gehandelt wird.
Fest steht: Es braucht umfassende Veränderungen beim FC Liverpool. Sonst droht dem einstigen europäischen Spitzenklub weiterhin ein ungewohnt trister Alltag, der der teuren Neuaufstellung und den hohen Erwartungen in keiner Weise gerecht wird.



