Schock-Diagnose vor dem Leipziger Derby: Lok muss auf Top-Torjäger verzichten
Die Vorfreude auf das Leipziger Fußball-Derby wird beim FC Lok Leipzig durch eine schwere Verletzungsnachricht getrübt. Der Verein muss im wichtigen Spiel gegen die BSG Chemie am Sonntag auf seinen treffsichersten Angreifer verzichten. Stefan Maderer, der mit 14 Saisontoren der erfolgreichste Torschütze der Mannschaft ist, fällt für mehrere Wochen aus.
Haarriss an der Ferse zwingt Maderer zur Pause
Der 29-jährige Stürmer hatte sich vor knapp drei Wochen beim 2:1-Auswärtssieg in Babelsberg am rechten Fuß verletzt. Die anhaltenden Schmerzen führten zu weiteren Untersuchungen, die nun eine klare Diagnose erbrachten. Trainer Jochen Seitz bestätigte: „Bei ihm wurde in dieser Woche festgestellt, dass er einen Haarriss hinten an der Ferse hat.“
Die Verletzung erfordert eine Auszeit von fünf bis sechs Wochen, gerechnet ab dem Babelsberg-Spiel. „Das heißt, dass wir die nächsten zwei bis drei Wochen auf jeden Fall noch auf ihn verzichten müssen und hoffen, dass er uns Anfang Mai wieder zur Verfügung steht“, so der 49-jährige Trainer weiter.
Fehlende Alternative im Meisterschaftsfinale
Der Ausfall von Maderer trifft den Verein in der entscheidenden Phase der Saison besonders hart. Neben dem Derby gegen Chemie wird der Stürmer auch die Spiele gegen den Halleschen FC und beim BFC Dynamo verpassen. Dies stellt ein erhebliches Handicap im Meisterschaftsfinale dar, obwohl mit Kapitän Djamal Ziane (34) und Luc Elsner (22) nominelle Alternativen zur Verfügung stehen.
Trainer Seitz versucht jedoch, die Situation positiv zu sehen: „Tore schießen darf jeder. Und wir haben es ja zuletzt gegen Erfurt gesehen, dass es auch andere können.“ Tatsächlich trafen in Maderers Abwesenheit bereits Farid Abderrahmane und Filip Kusic, was durchaus Hoffnung für das bevorstehende Derby macht.
Sechster Derby-Erfolg in Folge als Ziel
Für Jochen Seitz geht es im Derby gegen Chemie um den sechsten Sieg in Folge gegen den Lokalrivalen. Interessant ist dabei die Trainer-Konstellation: Nach Miroslav Jagatic, David Bergner und Adrian Alipour steht Seitz mit Alexander Schmidt bereits dem vierten Chemie-Trainer gegenüber, gegen den er antritt.
Seitz betont die Defensivarbeit als Schlüssel zum Erfolg: „In diesem Spiel gilt es, mal wieder die Null zu halten. Wenn wir das schaffen, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass wir das Spiel auch gewinnen können.“
Chemie-Trainer Schmidt konzentriert sich auf Abstiegskampf
Auf der Gegenseite zeigt Alexander Schmidt wenig Interesse an der Derby-Statistik. Der Chemie-Trainer gibt zu: „Das hatte ich gar nicht auf dem Schirm. Steht auch nicht im Vordergrund. Wir brauchen Punkte im Abstiegskampf.“ Dennoch fügt er hinzu: „Wenn es so ist, dass ich meinen Jungs nach dem Spiel gratulieren darf, dann natürlich gern.“
Das Derby verspricht damit nicht nur sportliche Spannung, sondern auch eine besondere psychologische Komponente. Während Lok Leipzig trotz des Ausfalls seines Top-Torjägers die Serie fortsetzen will, kämpft Chemie um wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg.



