Luke Littler: Darts-Weltmeister im Sturm der Kritik – Experten sehen keine Gefahr
Luke Littler: Darts-Star im Sturm der Kritik – Experten sehen keine Gefahr

Luke Littler: Darts-Weltmeister im Sturm der Kritik – Experten sehen keine Gefahr

Arroganz-Anfälle, Buhrufe und sogar ein offener Streit mit dem Gegner: Der 19-jährige Darts-Weltmeister Luke Littler befindet sich in einer turbulenten Phase seiner Karriere. Während die Darts-Welt über ihn diskutiert, wirkt der Teenager aus Warrington nach außen hin unbeeindruckt. Doch zwei SPORT1-Experten beleuchten, ob der Back-to-back-Weltmeister um seine Außenwahrnehmung oder gar seinen sportlichen Erfolg fürchten muss.

Die schwierigste Phase einer jungen Karriere

Anfang April saß Luke Littler mit seiner Familie in einem Café an der spanischen Mittelmeerküste und genoss die Sonne – ein Bild der Gelassenheit. Doch der Schein trügt. Littler durchlebt aktuell die anspruchsvollste Zeit seiner jungen Sportlerlaufbahn und muss lernen, mit Missgunst und Antipathie umzugehen. „Es ist kein Wunder, wenn man die Nummer eins der Welt ist und das auch noch mit so großem Abstand“, erklärt SPORT1-Experte Max Hopp. Zu einem Star wie Littler gehören eben auch sogenannte „Hater“, doch eigene Handlungen verstärken diesen Gegenwind zusätzlich.

Sportliche Einbrüche und kontroverse Entscheidungen

Beim vergangenen Premier-League-Spieltag in Brighton zeigte Littler mit einem Average von nur 83,94 Punkten seine schwächste TV-Leistung überhaupt. Er wirkte nahezu gelangweilt, beeinflusst vom negativen Publikumsempfang. European-Tour-Events lässt er regelmäßig ausfallen, um stattdessen private Veranstaltungen wie Pferderennen zu besuchen oder Kurzurlaube zu genießen. So wird er auch am kommenden Wochenende in Sindelfingen nicht antreten.

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Unter der Woche reiste Littler zur Pro-Tour nach Wigan – allerdings nur, um Fanartikel abzuholen, nicht um selbst zu spielen. Arroganz vorzuwerfen wäre übertrieben, doch solche Aktionen machen ihn in der Szene nicht beliebter. Die Einflüsse von außen scheinen einen größeren Effekt zu haben, als ihm lieb ist.

Emotionale Ausbrüche und eine eskalierende Rivalität

Bereits bei der WM 2025 brach Littler ein Interview unter Tränen ab, als der Leistungsdruck zu groß wurde. Buhrufe und Pfiffe quittierte er mit hämischem Lachen auf der Bühne, Spott in sozialen Medien mit gereizten Aussagen. Der Konflikt mit Gian van Veen, dem Vize-Weltmeister und Nummer drei der Welt, eskalierte weiter. Trotz van Veens Angebot, das Kriegsbeil zu begraben, legte Littler in einem Interview nach: „Ich hoffe, das geht raus an die Leute, dass er eigentlich derjenige ist, der seinen Job nicht gemacht hat in Sachen respektvolles Verhalten.“

Die Sticheleien entwickeln sich zu einer privaten Rivalität an der Spitze der Darts-Welt. Van Veen weicht nicht zurück, was für spannende Finalwochen in der Premier League sorgen könnte. SPORT1-Experte Robert Marijanovic findet das durchaus reizvoll: „Ich finde das sehr spannend. Sie gehen sich nicht an die Gurgel, es ist ein kleiner Beef auf sportlicher Ebene – aber Barca gegen Real ist auch nicht interessant, weil die sich lieben.“

Experten sind optimistisch für die Zukunft

Um den rauer werdenden Gegenwind der Fans und dessen Auswirkungen auf Littlers Leistungen macht sich Max Hopp jedoch keine Sorgen. „Um Luke Littler muss man sich keine Sorgen machen. Er wird spätestens zu den großen Turnieren, angefangen mit der entscheidenden Phase in der Premier League und dem World Cup of Darts Mitte Juni in Frankfurt, wieder voll da sein – auch mental“, so seine Einschätzung.

Eine enge Begleitung unterstützt den Teenager im Umgang mit negativen Stimmen: Seine Eltern und Freundin Faith Millar begleiten ihn auf Reisen, Gary Plummer von der Herstellerfirma „Target“ steht ihm beratend zur Seite. Sogar Darts-Legende Phil Taylor riet kürzlich als „erfahrener Onkel“ zu einer Social-Media-Pause.

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Die nächste Herausforderung steht bevor

Am Donnerstagabend eröffnet Littler als Tabellenzweiter der Premier League den elften Spieltag mit seinem Viertelfinale gegen Gerwyn Price. Dass dieser Abend ausgerechnet in Rotterdam, nur eine Autostunde von van Veens Heimat entfernt, stattfindet, dürfte die Fan-Reaktionen auf Littler nicht freundlicher gestalten. Eine weitere Probe für den jungen Weltmeister und seine Familie, die den Teenager-Filius durch diese stürmische Zeit begleitet.