Löw dementiert Gerüchte über Trainer-Posten bei Ghana: Keine Kontakte zum Verband
Löw dementiert Gerüchte über Trainer-Posten bei Ghana

Irreführende Spekulationen: Löw verneint Kontakt mit Ghana

Berlin • Es klingt wie ein verspäteter Aprilscherz, doch das Portal „ghanasoccernet“ sorgte mit einer überraschenden Meldung für Aufsehen: Demnach soll der ehemalige Bundestrainer Joachim Löw kurz davor stehen, die ghanaische Nationalmannschaft für die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft zu übernehmen. Der 66-Jährige selbst hat diese Gerüchte jedoch umgehend und deutlich dementiert.

Offizielle Dementis von allen Seiten

„Mit mir hat offiziell niemand von Ghana gesprochen“, erklärte Löw gegenüber dem Pay-TV-Sender Sky. Auch die Zeitung „Bild“ hatte bereits zuvor berichtet, dass es keinerlei Kontakte zwischen dem ghanaischen Fußballverband und dem Weltmeistertrainer von 2014 gebe. Diese Informationen wurden durch eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur weiter untermauert.

Winfried Schäfer, der technische Direktor des ghanaischen Verbandes, zeigte sich auf Nachfrage ebenfalls überrascht. Er betonte, keinerlei Kenntnis von einem bevorstehenden Vertrag mit seinem Landsmann Löw zu haben. Allerdings fällt die Trainersuche nicht in Schäfers Zuständigkeitsbereich, sondern in den des Verbandspräsidenten Kurt Edwin Simeon-Okraku.

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Fragwürdige Quellen und fehlende Bestätigung

Das Portal „ghanasoccernet“ hatte behauptet, Löw stehe kurz vor der Unterschrift eines Vertrages, der sich ausschließlich auf die WM-Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko beziehe. Eine offizielle Bestätigung werde in den kommenden Tagen erwartet, nachdem letzte Details geklärt seien. Allerdings beruft sich das Portal lediglich auf „mehrere Quellen“, die nicht näher benannt werden.

Diese vagen Angaben lassen erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Meldung aufkommen. Es erscheint unwahrscheinlich, dass Löw tatsächlich die „Black Stars“ aus Westafrika betreuen und damit seine insgesamt fünfte Weltmeisterschaft als Nationaltrainer oder Co-Trainer bestreiten wird.

Löws Haltung zu einer möglichen Rückkehr

Seit seinem Rückzug als Bundestrainer nach der EM 2021 hat Joachim Löw alle Angebote für eine Cheftrainer-Position abgelehnt. Bereits im vergangenen Jahr war er als möglicher WM-Trainer für Usbekistan im Gespräch, doch der Verband des WM-Neulings verpflichtete stattdessen den früheren italienischen Weltmeister Fabio Cannavaro.

Ganz ausschließen wollte Löw eine Rückkehr auf die Trainerbank jedoch zuletzt nicht. „Grundsätzlich habe ich gesagt, dass ich mich jetzt nicht in die Rente verabschieden möchte. Gerade wenn es noch einmal ein interessantes Angebot und eine gute Perspektive gibt“, erklärte er kürzlich beim Pay-TV-Sender Sky. Falls er noch einmal einen Job antrete, gehe er davon aus, dass dies bei einem Nationalteam sein werde. „Was meine Erfahrung betrifft, wäre das auch das Beste für mich.“

Ghanas Suche nach einem Nachfolger für Otto Addo

Die ghanaische Nationalmannschaft sucht derzeit einen Nachfolger für den früheren Bundesligaprofi Otto Addo. Dieser wurde nur wenige Stunden nach der 1:2-Niederlage gegen die deutsche Nationalmannschaft von seinen Aufgaben als Cheftrainer entbunden. Addo hatte die „Black Stars“ seit zwei Jahren trainiert und das Team bereits 2022 als Interimscoach betreut, als Ghana bei der WM in Katar in der Gruppenphase ausschied.

Bei der anstehenden Weltmeisterschaft trifft Ghana in der Gruppenphase auf England, Kroatien und Panama. Vor der Niederlage gegen Deutschland hatte der viermalige Afrika-Cup-Gewinner auch ein Testspiel gegen Österreich mit 1:5 verloren, was den Druck auf die Verantwortlichen weiter erhöht.

Joachim Löw blickt auf eine beeindruckende Trainerkarriere zurück: Neben dem Weltmeistertitel 2014 und dem Confed-Cup-Sieg 2017 erreichte er mit Deutschland das EM-Finale 2008 sowie jeweils das Halbfinale bei der WM 2010, der EM 2012 und der EM 2016. Ob diese Erfahrung jemals einer anderen Nationalmannschaft zugutekommen wird, bleibt jedoch vorerst reine Spekulation.

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