Joachim Löw weist Gerüchte über Trainer-Posten in Ghana zurück
Der frühere Bundestrainer Joachim Löw hat überraschende Spekulationen über ein mögliches Comeback als Nationaltrainer schnell ausgeräumt. Medienberichten zufolge soll der ghanaische Fußballverband Interesse an der Expertise des 66-Jährigen für die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft gezeigt haben. Löw selbst dementierte jedoch jegliche Kontaktaufnahme und betonte, dass mit ihm offiziell niemand aus Ghana gesprochen habe.
Portal berichtete über angebliche Verhandlungen
Das Portal »ghanasoccernet« hatte zuvor gemeldet, dass Löw kurz davor stehe, einen Vertrag zu unterzeichnen, der sich ausschließlich auf die WM-Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko beziehe. Demnach sollten in den kommenden Tagen offizielle Bestätigungen erwartet werden, nachdem letzte Details geklärt worden seien. Das Portal berief sich dabei auf mehrere nicht näher genannte Quellen.
Winfried Schäfer, technischer Direktor des ghanaischen Fußballverbandes, zeigte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa überrascht über diese Berichterstattung. Er erklärte, keinerlei Kenntnis von einem bevorstehenden Deal mit seinem Landsmann Löw zu haben. Allerdings falle die Trainersuche nicht in seinen Zuständigkeitsbereich, sondern in den des Verbandspräsidenten Kurt Edwin Simeon-Okraku.
Löw schließt Rückkehr nicht grundsätzlich aus
Joachim Löw hat nach seinem Rücktritt als Bundestrainer nach der EM 2021 bislang alle Angebote für eine Cheftrainer-Position abgelehnt. Im vergangenen Jahr war er bereits mit der Nationalmannschaft Usbekistans in Verbindung gebracht worden, doch dieser Verband verpflichtete schließlich den früheren italienischen Weltmeister Fabio Cannavaro.
Ganz ausschließen möchte Löw eine Rückkehr auf die Trainerbank jedoch nicht. »Grundsätzlich habe ich gesagt, dass ich mich jetzt nicht in die Rente verabschieden möchte. Gerade wenn es noch einmal ein interessantes Angebot und eine gute Perspektive gibt«, erklärte er kürzlich gegenüber dem Pay-TV-Sender Sky. Falls er noch einmal einen Job antrete, gehe er davon aus, dass dies bei einem Nationalteam sein werde. »Was meine Erfahrung betrifft, wäre das auch das Beste für mich.«
Ghana sucht Nachfolger für Otto Addo
Der WM-Teilnehmer Ghana ist derzeit auf der Suche nach einem Nachfolger für den früheren Bundesligaprofi Otto Addo. Dieser wurde nur wenige Stunden nach der 1:2-Niederlage gegen die deutsche Nationalmannschaft von seinen Aufgaben als Nationalcoach entbunden. Addo war seit zwei Jahren Cheftrainer der »Black Stars« und hatte das Team bereits 2022 als Interimscoach betreut, als Ghana bei der WM in Katar in der Gruppenphase ausschied.
Joachim Löw blickt auf eine erfolgreiche Karriere als Nationaltrainer zurück. Unter seiner Führung wurde Deutschland 2014 Weltmeister und 2017 Confed-Cup-Sieger. Zudem erreichte er mit dem DFB-Team das EM-Finale 2008 sowie jeweils das Halbfinale bei der WM 2010, der EM 2012 und der EM 2016.
Bei der anstehenden Weltmeisterschaft trifft Ghana in der Gruppenphase auf England, Kroatien und Panama. Vor der Niederlage gegen Deutschland hatte der viermalige Afrika-Cup-Gewinner auch ein Testspiel gegen Österreich mit 1:5 verloren. Die Gerüchte um eine mögliche Verpflichtung Joachim Löws scheinen damit vorerst vom Tisch zu sein.



