Joachim Löw schließt Trainerjob in der Bundesliga kategorisch aus
Der ehemalige Bundestrainer Joachim Löw hat erneut deutlich gemacht, dass er keine Ambitionen für einen Trainerposten in der Fußball-Bundesliga hegt. In einem aktuellen Interview mit der Wochenzeitung Die Zeit bekräftigte der 66-Jährige seine Ablehnung gegenüber einer Rückkehr in die deutsche Eliteklasse.
Internationale Projekte reizen Löw mehr
„Einen Trainerjob in der Bundesliga habe ich ausgeschlossen, dabei bleibe ich auch“, erklärte Löw unmissverständlich. Der Weltmeistertrainer von 2014 betonte jedoch, dass er durchaus Ideen für die Weiterentwicklung von Vereinsmannschaften habe. „Aber ein Team mit internationalen Ambitionen mit Ausdauer an die europäische Spitze zu führen, das könnte ich mir vorstellen“, so Löw weiter.
Fußball bleibe seine große Leidenschaft, betonte der erfahrene Trainer. „Das wird sich nie ändern. Ich habe immer gesagt, falls irgendetwas kommt, wo ich wirklich dafür brennen würde, kann ich es mir noch mal vorstellen“, erklärte Löw. Sollte kein passendes Angebot folgen, wäre das für ihn „völlig in Ordnung“. Der Ex-Bundestrainer zeigte sich zufrieden mit seinem derzeitigen Leben.
Kritik an kurzfristigem Denken der Klubs
Löw übte in dem Gespräch auch Kritik an der strategischen Ausrichtung vieler Fußballvereine. „Wenige Vereine machen sich die Mühe, ein mittel- oder langfristiges Modell zu entwickeln“, bemängelte der 66-Jährige. Stattdessen dominiere bei der Trainersuche oft die kurzfristige Erfolgsfrage: „Wie können wir gewinnen, aufsteigen, den Klassenerhalt schaffen?“
Der ehemalige Nationaltrainer kritisierte zudem die sogenannten deutschen Tugenden im Fußball. „In Deutschland wird gern gesagt: Wir müssen mehr kämpfen, wir müssen dreckig spielen. Damit gewinnt man vielleicht mal ein Spiel oder zwei, aber so wird man nie ein großes Turnier gewinnen oder die Champions League, auch nicht die Bundesliga“, analysierte Löw pointiert.
Joachim Löw, der die deutsche Nationalmannschaft von 2006 bis 2021 trainierte und 2014 in Brasilien den WM-Titel holte, bleibt damit bei seiner klaren Haltung gegenüber einer Rückkehr in die Bundesliga. Sein Fokus liegt eindeutig auf internationalen Herausforderungen, sollte sich ein entsprechendes Projekt ergeben.



