Felix Magath blickt zurück: Bayern-Entlassung war 'eine Art Auszeichnung'
Magath: Bayern-Aus war eine Auszeichnung

Felix Magath reflektiert über seine prägende Zeit beim FC Bayern München

Felix Magath zählt ohne Zweifel zu den markantesten und erfolgreichsten Trainerpersönlichkeiten in der Geschichte des deutschen Fußballs. Seine unverwechselbaren Trainingsmethoden und seine direkte Art haben sich bei vielen Spielern nachhaltig eingeprägt. In einem ausführlichen Gespräch mit dem Magazin 11Freunde gewährt der 72-Jährige nun intime Einblicke in seine bewegte Karriere, mit einem besonderen Fokus auf seine Zeit beim Rekordmeister FC Bayern München.

Das Double und die plötzliche Entlassung: Magaths Bilanz in München

Magath übernahm den FC Bayern im Jahr 2004 mit dem klaren Auftrag, wieder Disziplin und Fitness in die Mannschaft zu bringen. Dieser Mission kam er mustergültig nach und führte den Verein in den folgenden beiden Spielzeiten jeweils zum Gewinn des Doubles aus Deutscher Meisterschaft und DFB-Pokal. Umso überraschender wirkte daher seine Entlassung im Januar 2007, die in der Öffentlichkeit für Diskussionen sorgte.

Heute blickt der gebürtige Aschaffenburger jedoch gelassen auf diesen Schritt zurück: „Ich hatte hier zweieinhalb schöne und erfolgreiche Jahre, auf die ich stolz bin. Aber es war mir immer klar, dass dies ein Engagement auf Zeit ist.“ Für Magath persönlich stellt das Ende seiner Tätigkeit in München sogar „eine Art Auszeichnung“ dar. Er interpretiert es so, dass er seinen ursprünglichen Auftrag, Ordnung und Struktur zu etablieren, erfolgreich abgeschlossen hatte. „Danach war Uli Hoeneß der Auffassung, dass es nun genug ist mit Ordnung und Disziplin“, erklärt Magath die damalige Entscheidung.

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Konflikte mit Hoeneß und der Spielergruppe

Nicht immer verlief die Zusammenarbeit mit dem damaligen Bayern-Manager Uli Hoeneß reibungslos. Magath hätte sich mehr Einfluss auf die Kaderplanung gewünscht, stieß dabei aber auf deutlichen Widerstand. „Ich stand auf verlorenem Posten und musste mit denen arbeiten, die er mir zur Verfügung stellte“, erinnert sich der Trainer. Auf einen seiner Vorschläge habe Hoeneß nur trocken geantwortet: „Felix, bist du verrückt? Das können wir nicht machen.“

Auch von Seiten der Spieler gab es vereinzelt Kritik an Magaths strengen Trainingsmethoden. Doch der Erfolgstrainer ließ sich davon nicht beirren. „Ich verstehe mich nicht als Animateur eines Starensembles“, betont er. Als Hoeneß ihn darauf hinwies, dass einige Spieler gegen ihn seien, war seine Reaktion klar: „Dabei war es nicht mein Anliegen, mich beliebt zu machen.“ Für Magath stand und steht der sportliche Erfolg an oberster Stelle. „Ich bin – wie die Spieler – ein Angestellter des Vereins, und es ist mein Job, das Optimale aus dem Kader rauszuholen. Dass ich dabei nicht der beste Freund der Spieler sein kann, ergibt sich aus meinem Ansatz, alles dem Erfolg unterzuordnen“, so seine unveränderte Philosophie.

Eine lebenslange Leidenschaft für den Fußball

Nach Stationen bei acht verschiedenen Bundesligisten und dem historischen Meistertitel mit dem VfL Wolfsburg im Jahr 2009 ist Magath heute als Sportvorstand bei seinem Heimatverein Viktoria Aschaffenburg tätig. An ein Karriereende denkt der 72-Jährige noch lange nicht. „Ich finde es tragisch, dass in unserer Gesellschaft Erfahrung oft so wenig wertgeschätzt wird und man lieber auf das Geburtsdatum schaut“, kritisiert er. Und fügt mit einem Lächeln hinzu: „Und last but not least: Weil ich mich auf dem Rasen immer noch am wohlsten fühle.“ Die Leidenschaft für den Fußball und der Drang, Teams zu formen und zu führen, sind bei Felix Magath ungebrochen – eine Haltung, die ihn zu einer echten Legende des deutschen Sports gemacht hat.

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