Magath erklärt Formdelle von Bayern-Youngster Karl: 'Braucht Hilfe vom Verein'
Magath: Bayern-Youngster Karl braucht Hilfe vom Verein

Magath analysiert Formdelle von Bayern-Talent Karl

Der ehemalige Trainer des FC Bayern München, Felix Magath, hat sich in einem ausführlichen Interview zur aktuellen Entwicklung von Youngster Lennart Karl geäußert. Der 17-jährige Offensivspieler durchlebt derzeit seine erste kleine Formdelle nach einem kometenhaften Aufstieg in die Bundesliga.

Normale Entwicklung für junge Talente

Felix Magath, der seit August als Sportvorstand bei seinem Heimatklub Viktoria Aschaffenburg tätig ist, sieht die aktuelle Phase von Lennart Karl als völlig normal an. "In der Zeit des Internets entwickelt sich schnell ein Hype um so einen jungen Spieler", erklärt der erfahrene Fußballexperte. "Lennart Karl war auf einmal überall zu sehen. Das war schon sehr viel für so einen Jungen mit gerade erst 17 Jahren. Von daher ist es jetzt ganz normal, dass er zum Nachdenken kommt und seine Entwicklung verdaut."

Magath betont, dass in solchen Situationen der Verein gefordert sei: "Und in so einer Situation braucht der Spieler dann auch Hilfe vom Verein." Der 70-Jährige weiß, wovon er spricht - schließlich hat er in seiner Karriere zahlreiche junge Talente entwickelt und gefördert.

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Außergewöhnliche Methode bei Schweinsteiger

Ein besonders prägendes Beispiel aus Magaths Trainerlaufbahn ist die Entwicklung von Bastian Schweinsteiger. Nach der Europameisterschaft 2004, bei der der junge Mittelfeldspieler viel Lob erhalten hatte, wählte Magath eine ungewöhnliche Herangehensweise.

"Er hat sich bei seiner Rückkehr anständig bei mir gemeldet und meinte, er kann jetzt spielen", erinnert sich Magath. "Er ging natürlich davon aus, dass ich ihm um den Hals falle und mich freue. Dann habe ich zu ihm erstmal gesagt: Wer sind Sie denn?"

Der damalige Bayern-Trainer schickte Schweinsteiger zunächst zu den Amateuren von Hermann Gerland, bevor er ihn nach einer Woche wieder in die Profimannschaft holte. "Das lag aber an der Tatsache, dass wir schon mitten in der Vorbereitung waren und ich ihn vorsichtig aufbauen wollte", erklärt Magath seine damalige Entscheidung.

Persönliche Entwicklung im Fokus

Magath, der in seiner Karriere auch Spieler wie Hasan Salihamidzic und Philipp Lahm früh gefördert hat, betont die individuelle Herangehensweise: "Da gibt es kein Rezept, sondern jeder Spieler braucht etwas anderes." Wichtig sei es, jungen Talenten zu zeigen, "dass es nicht nur vorwärtsgeht und man auch Schritte zurückmachen muss."

Der erfahrene Trainer würde seine Methoden auch heute noch anwenden: "Selbstverständlich würde ich das wieder so machen. Egal, ob es Aufschreie gibt oder nicht." Seine Philosophie hat sich bewährt - schließlich wurde er vom FC Bayern damals explizit geholt, um Disziplin und Fitness in die Mannschaft zu bringen.

Stolz auf Karls Entwicklung

Besonders stolz ist Magath auf die Entwicklung von Lennart Karl, der seine Anfänge bei Viktoria Aschaffenburg gemacht hat. "Selbstverständlich ist man unheimlich stolz auf ihn", bekennt der Sportvorstand. "Man freut sich mit ihm über die wirklich großartige Entwicklung, die er gemacht hat."

Bei Viktoria Aschaffenburg verfolgt Magath weiterhin das Ziel, junge Spieler zu entwickeln: "Meine Absicht ist es schon, dass ich versuchen will, Spieler zu entwickeln, die den Sprung in den Profifußball schaffen." Neben Karl haben bereits weitere Vereinsmitglieder wie Rudi Bommer, Marcel Schäfer und Daniel Baier den Weg in den Profifußball gefunden.

Blick auf die Nationalmannschaft

In dem Interview äußerte sich Magath auch zur aktuellen Torwartdiskussion in der deutschen Nationalmannschaft. Für ihn steht fest: "Manuel Neuer ist außergewöhnlich." Der ehemalige Schalke-Trainer erinnert sich: "Als ich Ausdauerläufe machen ließ, war er der Einzige, der vorne weggelaufen ist. Genauso außergewöhnlich ist sein Spielverständnis."

Magath sieht eine Verlängerung von Neuers Vertrag beim FC Bayern als sinnvoll an - nicht nur für den Verein, sondern auch für den jungen Torwart Jonas Urbig: "Für den FC Bayern und Jonas Urbig wäre es sinnvoll, wenn die beiden nochmal eine Saison zusammen machen würden. So kann Urbig von ihm noch weiter lernen."

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Abschließend traut Magath dem FC Bayern in dieser Saison sogar das Triple zu: "Natürlich traue ich ihnen das mit Manuel Neuer zu. Der FC Bayern ist immer noch die einzige Mannschaft in Deutschland, die internationalen Top-Niveau ist."