Magath fordert dringende DFB-Reform: Regionalliga-System „nicht tragbar“
Magath: DFB-Reform der Regionalliga überfällig

Magath fordert dringende Reform: Regionalliga-System „nicht tragbar“

Die Diskussion um eine Reform der Regionalligen gewinnt weiter an Fahrt. Nun meldet sich mit Felix Magath eine der prägenden Figuren des deutschen Fußballs zu Wort. Der 72-jährige Meistertrainer, der aktuell als Sportvorstand beim Bayern-Regionalligisten Viktoria Aschaffenburg tätig ist, übt scharfe Kritik am bestehenden System.

„Änderung überfällig“: Magath unterstützt DFB-Pläne

Im Gespräch mit BILD äußerte sich Magath deutlich zur aktuellen Situation: „Die aktuelle Situation halte ich für nicht tragbar. Eine Änderung der Regelung ist für mich überfällig.“ Seit 14 Jahren steigt nicht jeder Regionalliga-Meister in die 3. Liga auf – ein Zustand, den der erfahrene Fußballfachmann nicht länger akzeptieren will.

Der DFB hat mit dem sogenannten Kompass-Modell einen Reformvorschlag vorgelegt, der folgende Änderungen vorsieht:

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  • Reduzierung von 90 auf 80 Regionalligisten
  • Aufteilung in vier Staffeln statt bisher fünf
  • Einteilung nach geringsten Entfernungen mithilfe Künstlicher Intelligenz

Magath bewertet diesen Ansatz positiv: „Das ist ein guter und sicher der richtige Ansatz.“ Aus seiner Perspektive als Verantwortlicher bei Viktoria Aschaffenburg kennt er die Probleme der langen Anfahrtswege nur zu gut.

Geografische Herausforderungen und finanzielle Ungerechtigkeiten

Für den Verein aus Aschaffenburg bedeuten die Reformpläne möglicherweise, als Grenzgänger zwischen West- und Südstaffel zu agieren. Doch Magath zeigt sich pragmatisch: „Bisher müssen wir nach Memmingen, aber wenn das für die Einteilung sinnvoll ist, könnte es auch nach Aachen oder notfalls Dresden gehen.“

Noch grundsätzlicher kritisiert der Sportvorstand die finanzielle Benachteiligung der Amateurvereine. Gegen die Reservemannschaften von Bundesligisten wie FC Augsburg II, FC Bayern II oder Nürnberg II könnten Vereine wie Viktoria Aschaffenburg nicht ankommen, da diese Profibedingungen bieten könnten.

Besonders deutlich wird Magath bei der Frage der Talentförderung: „Der DFB hat sich in der Talentförderung in den letzten Jahren nicht mit Ruhm bekleckert.“ Er verweist auf das Beispiel von Lennart Karl, der bei Viktoria Aschaffenburg ausgebildet wurde und heute einen Marktwert von 60 Millionen Euro hat.

Forderung nach fairer finanzieller Beteiligung

Magath fordert eine gerechtere Verteilung der finanziellen Mittel: „Ich bin der Meinung, dass die Amateurvereine zu wenig von den großen Ablösesummen profitieren.“ Obwohl viel Arbeit und Geld in die Entwicklung junger Spieler investiert werde, bleibe für die Ausbildungsvereine wenig übrig.

Der ehemalige Bundesliga-Trainer betont: „Der Beginn einer Entwicklung ist mindestens genauso wichtig wie das Ende.“ Er fordert strukturelle Änderungen, damit Amateurvereine finanziell von den steigenden Transfererlösen profitieren können.

Appell an DFB und Regionalverbände

Während DFB-Präsident Bernd Neuendorf die Reform gegen Widerstände durchsetzen will, zeigen sich einige Regionalverbandschefs skeptisch gegenüber der Aufgabe ihrer eigenen Ligen. Magath appelliert an beide Seiten: „Irgendwann muss man sich auch mal an einen Tisch setzen und überwinden, die Situation akzeptieren und das Beste daraus machen!“

Die geplanten Änderungen bei den Einsatzbeschränkungen für Bundesliga-Reserven – U21-Teams statt U23 mit reduzierter Anzahl älterer Profis – bewertet Magath als Schritt in die richtige Richtung, wenn auch als „kleine Kosmetik“. Entscheidend sei letztlich die finanzielle Frage.

Mit seinen klaren Worten positioniert sich Magath als wichtiger Fürsprecher einer grundlegenden Reform des deutschen Amateurfußballs. Seine Kritik trifft den Nerv einer Debatte, die längst überfällig ist.

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