Marokkos Erfolgstrainer Regragui tritt vor Heim-WM 2030 überraschend zurück
Nur wenige Monate vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2030, die in Marokko stattfinden wird, hat das nordafrikanische Land seinen erfolgreichen Nationaltrainer Walid Regragui verloren. Der 50-jährige Trainer gab auf einer Pressekonferenz in Rabat seinen Rücktritt bekannt und begründete diesen Schritt mit der Notwendigkeit neuer Impulse für die Mannschaft.
„Neue Energie und neue Perspektive“ für die WM-Vorbereitung
„Die Mannschaft braucht ein neues Gesicht, neue Energie und eine neue Perspektive mit einem neuen Trainer“, erklärte Regragui vor versammelten Medienvertretern. Der Trainer, der Marokko bei der WM 2022 sensationell bis ins Halbfinale geführt hatte, betonte: „Ich denke, die Mannschaft braucht vor der Weltmeisterschaft neuen Schwung, eine neue Vision, um weiter voranzukommen.“ Sein Abgang hatte sich bereits in den vergangenen Wochen angedeutet, nachdem es nach dem Afrika-Cup-Finale Anfang 2026 vermehrt Kritik an seiner Arbeit gegeben hatte.
Direkter Nachfolger: Mohamed Ouahbi übernimmt das Ruder
Der marokkanische Fußballverband präsentierte umgehend einen Nachfolger für die vakante Position. Mohamed Ouahbi, bisheriger U23-Nationaltrainer des Landes, wird das Team um Starspieler Achraf Hakimi, ehemals bei Borussia Dortmund, zur Heim-WM 2030 führen. Ouahbi kann bereits beachtliche Erfolge vorweisen: 2025 führte er die marokkanische U20-Auswahl erstmals zum Weltmeistertitel, was ihn als logische Wahl für den Posten des A-Nationaltrainers erscheinen lässt.
Regraguis Vermächtnis: Halbfinale bei WM 2022 und Afrika-Cup-Finale
Der Verband dankte Walid Regragui ausdrücklich für seine herausragende Arbeit. Unter seiner Führung erreichte Marokko bei der WM 2022 in Katar das Halbfinale – ein historischer Erfolg für den afrikanischen Fußball. Anfang 2026 führte er die Mannschaft zudem ins Endspiel des Afrika-Cups im eigenen Land, wo man dem Senegal in einem umstrittenen Finale mit 0:1 nach Verlängerung unterlag. Diese Niederlage löste eine Phase der Kritik aus, die letztlich zu Regraguis Rücktrittsentscheidung beigetragen haben dürfte.
Die Entscheidung für einen Trainerwechsel so kurz vor der Heim-Weltmeisterschaft 2030 ist außergewöhnlich und unterstreicht den hohen Erwartungsdruck, der auf dem marokkanischen Team lastet. Während Regragui das Fundament für den aktuellen Erfolg gelegt hat, soll Ouahbi nun mit frischen Ideen die Mannschaft auf das prestigeträchtige Turnier vorbereiten. Die Fußballwelt wird gespannt verfolgen, ob dieser Wechsel die gewünschte neue Dynamik bringt oder die Kontinuität im marokkanischen Fußball gefährdet.



