Matthäus warnt Neuer: "Es ist nicht das Spiel des Lebens"
Der Einsatz von Manuel Neuer im Spitzenspiel zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund am Samstag (18.30 Uhr) steht weiterhin in den Sternen. Nach einem Faserriss in der linken Wade ist der Torhüter noch nicht vollständig genesen, was die Frage aufwirft, ob ein Risiko eingegangen werden sollte. Lothar Matthäus, ehemaliger Weltfußballer und heutiger Sky-Experte, hat klare Worte gefunden: Er rät Neuer dringend zur Pause, falls dieser sich nicht bei hundertprozentiger Fitness befindet.
Gesundheit geht vor Emotionen
"Gefühlt hat er 1000 Spiele in seiner Karriere gemacht, da braucht er nicht noch einen Klassiker gegen Dortmund", betonte Matthäus in einem Interview. Obwohl Neuer als Schalker Junge besondere Emotionen mit diesem Duell verbindet und es sein 45. Aufeinandertreffen mit dem BVB sein könnte, sollte die Gesundheit im Vordergrund stehen. Matthäus unterstrich, dass selbst bei einem gelben Licht von der medizinischen Abteilung gewartet werden müsse, bis grünes Signal gegeben wird. Ein weiterer Ausfall könnte sonst fatale Folgen haben, insbesondere mit Blick auf das anstehende Champions-League-Achtelfinale gegen Atalanta Bergamo Mitte März.
Kompany bleibt vage, Urbig als Alternative
Trainer Vincent Kompany gab auf der Pressekonferenz am Freitagmorgen ein vorsichtiges Update: "Bei Manu sieht es eigentlich gut aus", sagte er, fügte jedoch hinzu, dass er die Entscheidung noch mit Neuer besprechen wolle. Dies lässt Raum für Spekulationen, ob der Kapitän auflaufen wird. Matthäus zeigte sich überzeugt, dass die Bayern auch ohne Neuer gut aufgestellt sind. Er lobte den jungen Torhüter Jonas Urbig, der in großen Spielen bereits Beweise für seine Qualitäten geliefert habe. "Er kann zwar Neuer nicht ersetzen, aber ist auf einem guten Weg", so der 64-Jährige.
Strategische Überlegungen und langfristige Ziele
Matthäus betonte die Intelligenz des FC Bayern und Neuer, die langfristige Ziele im Blick behalten sollten. "Es ist nicht das Spiel des Lebens, es ist der Klassiker. Auch wenn die Bayern verlieren sollten, wird Dortmund nicht mehr an ihnen vorbeiziehen", erklärte er. Mit Borussia Dortmund, das nach einer 1:4-Niederlage in Bergamo und dem schmerzlichen Champions-League-Aus wohl noch unter Schockstarre steht, sieht Matthäus keine akute Bedrohung für die Bayern. Stattdessen plädiert er für Vorsicht, um Neuer für wichtigere Aufgaben wie die Europapokal-Spiele fit zu halten.



