Mexiko gewinnt Fußballtest unter massiven Sicherheitsvorkehrungen
Nach der jüngsten tödlichen Gewalteskalation im WM-Gastgeberland Mexiko hat die mexikanische Fußball-Nationalmannschaft ihr Heimspiel gegen Island unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen mit 4:0 gewonnen. Die Freundschaftspartie in der Stadt Querétaro fand vor dem Hintergrund schwerer Unruhen statt, die nach der Tötung des mächtigen Drogenbosses Nemesio Oseguera Cervantes am vergangenen Sonntag ausgebrochen waren.
Sechs Sicherheitsringe um das Stadion Corregidora
Für das Spiel im voll besetzten Stadion Corregidora waren zahlreiche schwer bewaffnete Einsatzkräfte abgestellt worden. Medienberichten zufolge richteten die Sicherheitskräfte sechs konzentrische Sicherheitsringe um die Spielstätte ein, um mögliche Zwischenfälle zu verhindern. Diese außergewöhnlichen Maßnahmen spiegeln die angespannte Sicherheitslage wider, die nur vier Monate vor Beginn der gemeinsam mit den USA und Kanada ausgerichteten Fußball-Weltmeisterschaft 2026 herrscht.
Trauer und Patriotismus vor dem Anpfiff
Vor dem eigentlichen Spielbeginn fand eine bewegende Zeremonie statt. Soldaten und Soldatinnen stellten sich mit einer riesigen mexikanischen Flagge auf dem Fußballplatz auf, während Militärfanfaren ertönten. Anschließend wurde eine Schweigeminute für die Opfer der jüngsten Gewalt abgehalten. Zwei Kinder überreichten Soldatinnen Blumensträuße als Zeichen der Anerkennung und des Respekts.
Hintergrund der Sicherheitsbedenken
Die Sicherheitsvorkehrungen waren notwendig geworden, nachdem es im Zuge der Festnahme des Drogenbosses und in den folgenden Tagen zu schweren Ausschreitungen gekommen war. Bandenmitglieder hatten Straßensperren errichtet, zahlreiche Fahrzeuge in Brand gesetzt und Geschäfte angegriffen. Bei diesen gewaltsamen Auseinandersetzungen und dem ursprünglichen Einsatz kamen insgesamt 74 Menschen ums Leben, darunter 25 Angehörige der Nationalgarde.
Offizielle Zusicherungen zur WM-Sicherheit
Trotz der jüngsten Ereignisse haben sowohl die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum als auch FIFA-Präsident Gianni Infantino ihre Zuversicht bezüglich der Sicherheit während der bevorstehenden Weltmeisterschaft bekundet. Sheinbaum versicherte den Fans, dass ihre Sicherheit gewährleistet sei und sie keine Bedenken haben müssten. Infantino erklärte: „Wir haben vollstes Vertrauen in Mexiko“ und betonte damit das Vertrauen des Weltfußballverbands in die Sicherheitsmaßnahmen des Gastgeberlandes.
Das deutliche 4:0-Ergebnis gegen Island stellt für die mexikanische Mannschaft einen wichtigen Test vor der Heim-WM dar, die in diesem Sommer stattfinden wird. Die Spieler zeigten sich von den außergewöhnlichen Umständen unbeeindruckt und demonstrierten auf dem Platz ihre fußballerische Qualität.



