Sven Mislintat revolutioniert Fortuna Düsseldorf mit langfristiger Klub-DNA-Strategie
Bei Fortuna Düsseldorf geht es nicht nur um einen simplen Kaderumbruch. Sportvorstand Sven Mislintat (53) krempelt den Verein komplett um und arbeitet intensiv an der Ausarbeitung eines sportlichen Fortuna-Weges. Dieser soll weit über kurzfristige Erfolge hinausreichen und eine dauerhafte Identität schaffen.
Eine feste Spielphilosophie für die Zukunft
Mislintat entwickelt derzeit eine feste Fortuna-Spielphilosophie, die unabhängig von der Liga-Zugehörigkeit, dem Trainer und allen anderen Faktoren konsequent umgesetzt werden soll. Fans, die Düsseldorf im Stadion erleben, sollen bereits vor dem Spiel wissen, auf welche Art von Fußball sie sich einstellen können. Bei seiner Vorstellung hatte Mislintat bereits betont, dass er sich eine Mischung aus attraktivem Offensivfußball und der typischen Ruhrpott-Arbeitsmoral wünscht. Die genaue Ausgestaltung dieser Philosophie ist aktuell Gegenstand seiner intensiven Überlegungen.
Diese sportliche Klub-DNA soll nicht nur für die Profimannschaft gelten, sondern auch konsequent im Nachwuchsbereich verankert werden. Auf diese Weise können Jugendspieler den charakteristischen Fortuna-Stil bereits früh verinnerlichen, bevor sie den Sprung in die erste Mannschaft schaffen. Damit setzt Mislintat auf Kontinuität und Nachhaltigkeit, die er als wichtiger erachtet als kurzfristige Erfolge.
Lernen aus der Vergangenheit: Der gescheiterte Aufstieg
Die Vorgänger von Mislintat, Klaus Allofs (69) und Christian Weber (42), hatten ebenfalls eine Vision für den Verein. Allerdings konnten sie diese nie vollständig umsetzen, da der Aufstieg in die Bundesliga stets über allem stand. In der Folge kauften sie vor dieser Saison vor allem nach bekannten Namen ein, anstatt eine langfristige Strategie zu verfolgen. Mislintat hat bereits klar gemacht, dass der von ihm ausgearbeitete Weg alternativlos sein wird und auch in schwierigen Phasen durchgesetzt werden muss. Er verspricht, dass der Erfolg mit dieser Methode kommen wird – auch wenn der genaue Zeitpunkt offen bleibt.
Personelle Neustrukturierung für langfristige Stabilität
Für die Umsetzung seiner Vision sucht Mislintat nun das passende Personal. Dabei hat er das Glück, dass freie Posten vorhanden sind, die er nach seinen Vorstellungen besetzen kann. Der Wechsel von Scouting-Leiter Tobias Vierkötter (29) zum 1. FC Köln kam ihm dabei nicht ungelegen. Mislintat sucht nun einen Nachfolger mit einem noch besseren Ruf in der Szene und mehr Erfahrung. Fortuna benötigt dringend ein sogenanntes "Diamantenauge" für die Talentsichtung, eine Aufgabe, die der Sportvorstand in seiner neuen Rolle nicht mehr alleine übernehmen kann.
Nach dem Aus von Christian Weber wird es keinen neuen Sportdirektor geben, wie Mislintat bereits betont hat. Stattdessen werden zwei oder drei neue Mitarbeiter hinzukommen, die ihn bei der Kaderplanung unterstützen. Ob diese als Kaderplaner, technischer Direktor oder unter anderem Titel fungieren, ist noch offen. Auch hier gilt das Prinzip der Nachhaltigkeit: Die Befugnisse sollen so verteilt werden, dass die Struktur über viele Jahre stabil bleibt. Personalwechsel wird es wie in jedem Verein geben, doch die sportliche Linie soll unabhängig von den handelnden Personen stets dieselbe bleiben.
Die Verbindung zu "Fortuna für alle"
Mislintats Ansatz passt perfekt zum Projekt "Fortuna für alle", bei dem Heimspiele für Fans kostenlos zugänglich sind. Alexander Jobst (52), der dieses Projekt eingeführt hat, betont ständig, dass es nicht darum geht, mit Düsseldorf schnell in die Bundesliga aufzusteigen. Vielmehr soll der Verein und die Mannschaft bundesligatauglich gestaltet werden, um nach einem möglichen Aufstieg nicht sofort wieder abzusteigen. Diese Philosophie der nachhaltigen Entwicklung spiegelt sich nun auch in Mislintats sportlicher Strategie wider.
Derzeit liegt Fortuna Düsseldorf auf dem elften Tabellenplatz mit einem Vorsprung von fünf Punkten auf die Abstiegsränge. Mit der Verpflichtung von Satoshi Tanaka (23) hat Mislintat bereits einen Transfer getätigt, der sich als entscheidend für den Klassenerhalt erweisen könnte. Sollte die Klasse gehalten werden, steht ein umfangreicher Kaderumbruch bevor, da viele Verträge auslaufen und nach einer enttäuschenden Saison ein Neuanfang notwendig ist. Alle zukünftigen Entscheidungen des Managers werden Teil eines übergeordneten Plans für den gesamten Klub sein.



