Thomas Müller als künftiger FC Bayern Chef? Kahn äußert sich deutlich
Die Diskussion um die Zukunft des FC Bayern München nimmt eine interessante Wendung. Ehrenpräsident Uli Hoeneß hat in den vergangenen Wochen und Monaten mehrfach bekundet, dass er sich Thomas Müller als künftigen Boss des Rekordmeisters vorstellen könnte. Diese Idee stößt bei Klub-Legende Oliver Kahn grundsätzlich auf Zustimmung, doch der ehemalige Torwart und Vorstandsvorsitzende stellt klare Bedingungen.
Müllers Karriere allein reicht nicht aus
Oliver Kahn äußerte sich im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung zu der von Hoeneß geäußerten Vorstellung. „Ich kenne Thomas schon eine Weile. Es gibt nichts Negatives, was man über ihn sagen kann“, begann Kahn seine Ausführungen. Der Weltmeister von 2014, der seit August 2025 für die Vancouver Whitecaps in Nordamerika spielt, verfüge über ausgezeichnete persönliche Eigenschaften.
Doch Kahn mahnte deutlich: „Aber selbst wenn du Weltmeister bist und alles gewonnen hast: Als Verantwortlicher eines Klubs brauchst du andere Fähigkeiten. Die sind heute komplexer denn je.“ Der 56-Jährige betonte, dass die Kenntnisse aus Müllers laufender Profikarriere allein nicht ausreichen würden, um einen Weltverein wie den FC Bayern zu führen.
Weiterbildung als unverzichtbare Voraussetzung
Kahn machte unmissverständlich klar: „Ich bin der Meinung, ohne Erfahrung und Weiterbildung geht es nicht. Und ich rede hier nicht von irgendeinem Online-Studium nebenbei.“ Um die Rolle des Vorstandsvorsitzenden bei den Bayern ausfüllen zu können, benötige man zahlreiche Qualitäten, die über fußballerisches Können hinausgehen.
Der ehemalige Nationaltorhüter erläuterte: „Ein Verein muss heute selbst Programme und Ideen entwickeln: Was ist der richtige Weg für jemanden in so einer Rolle? Wie wird er wann in welchem Bereich eingebunden?“ Die Vorstellung, einfach einen ehemaligen Spieler aufgrund seiner Vergangenheit in eine Führungsposition zu bringen, greife deutlich zu kurz.
Seltene Kombination: Ex-Spieler als CEO
Kahn wies darauf hin, dass ehemalige Fußballprofis eher in Positionen wie Sportdirektor oder Sportvorstand zu finden seien. „Ein ehemaliger Spieler als CEO ist eher selten“, konstatierte die Torwart-Legende. Zwar sei es die Idealvorstellung jedes Klubs, einen Fußballer an seiner Spitze zu haben, doch die Anforderungen an diese Position seien in den letzten Jahren erheblich gestiegen.
Der ehemalige Bayern-Vorstandsvorsitzende, der von 2021 bis 2023 das Amt innehatte, schloss sein Kapitel beim FC Bayern längst ab. Seine Amtszeit endete unmittelbar nach der Last-Minute-Meisterschaft in Köln. Kahn reflektierte über seine eigene Erfahrung und wählte dabei einen interessanten Ansatz.
Kleiner Seitenhieb auf Hoeneß
Der 56-Jährige erklärte, warum seine Zeit beim deutschen Rekordmeister nicht wie gewünscht verlief. Hoeneß habe einen Nachfolger gesucht, der ebenfalls als Spieler für den Klub auflief und sich erst weiterbildete, bevor er ins operative Geschäft einstieg. „Wenn man einen Nachfolger für sich sucht, sollte man vielleicht nicht nach sich selbst suchen“, merkte Kahn mit einer kleinen Spitze an.
Die Diskussion um Thomas Müllers mögliche Zukunft beim FC Bayern zeigt, wie sich die Anforderungen an Führungspositionen im Profifußball gewandelt haben. Während die emotionale Bindung und das Vereinsverständnis ehemaliger Spieler wertvoll sind, reichen diese allein nicht mehr aus, um einen internationalen Spitzenklub zu führen.



