Zwischenruf: Jetzt muss auch Julian Nagelsmann endlich WM-Euphorie verbreiten
Die deutsche Fußballnationalmannschaft hat mit einem 4:3-Sieg in der Schweiz und einem 2:1-Erfolg gegen Ghana zwei wichtige Testspiele vor der WM 2026 gewonnen. Eigentlich könnte die Vorfreude auf das Turnier jetzt so richtig anspringen. Doch ausgerechnet Bundestrainer Julian Nagelsmann strahlt bisher wenig Begeisterung aus. Seine Reaktion auf das Siegtor von Deniz Undav wirkte eher genervt als euphorisch.
Das Recht des Trainers und die Kunst der Motivation
Es steht einem Nationaltrainer selbstverständlich zu, über den Einsatz seiner Spieler zu entscheiden. Wenn Nagelsmann den aktuell besten deutschen Bundesliga-Stürmer Deniz Undav nur als dritte Option sieht, muss man diese Einschätzung respektieren. Viele Experten und zahlreiche Fans sehen das zwar anders, doch die sportliche Verantwortung trägt der Bundestrainer.
Problematisch wird es jedoch, wenn Nagelsmann nach dem Spiel Undavs Leistung kleinzureden versucht. Seine Erklärung, das Tor sei vor allem deshalb gefallen, weil der Stürmer zuvor auf der Bank gesessen habe, wirkte wenig überzeugend. Statt sich selbst zu bestätigen, hätte der Bundestrainer besser die Begeisterung des Stadions aufgenommen und seinem Spieler Mut gemacht.
Warum so gereizt bei berechtigten Diskussionen?
Die entscheidende Frage lautet: Warum wirkt Julian Nagelsmann so gereizt über eine durchaus berechtigte öffentliche Diskussion? Als Bundestrainer sollte er sich doch freuen, dass Deutschland wieder intensiv über die Nationalelf spricht und sie nicht ignoriert. Diese Aufmerksamkeit gehört zum Job und muss ausgehalten werden – am besten lässig und mit einem Lächeln.
Die positive Nachricht: Bis zum ersten WM-Spiel der deutschen Mannschaft gegen Curacao bleiben noch 75 Tage. In dieser Zeit hat Julian Nagelsmann reichlich Gelegenheit, selbst in WM-Stimmung zu kommen und diese an sein Team sowie die Fans weiterzugeben. Die sportlichen Voraussetzungen sind mit den jüngsten Siegen jedenfalls gegeben.
Ein Bundestrainer trägt nicht nur sportliche Verantwortung, sondern sollte auch als Motivator und Stimmungsmacher fungieren. In den kommenden Wochen wird sich zeigen, ob Julian Nagelsmann diese Rolle vollumfänglich ausfüllen kann.



