Nagelsmanns WM-Puzzle: Die knifflige Kaderplanung für die Fußball-WM
Nagelsmanns WM-Puzzle: Knifflige Kaderplanung

Nagelsmanns WM-Puzzle: Die knifflige Kaderplanung für die Fußball-WM

Der Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, Julian Nagelsmann, steht vor einer der größten Herausforderungen seiner Karriere. Mit nur 26 WM-Tickets zur Verfügung muss er in den kommenden Wochen knifflige Personalentscheidungen treffen, die über den Erfolg bei der Weltmeisterschaft entscheiden könnten.

Die Rückkehr der Schlüsselspieler

Nagelsmann spricht von seinen „Key-Playern“, den unverzichtbaren Leistungsträgern. Dazu gehören neben Kapitän Joshua Kimmich, Verteidiger Nico Schlotterbeck und dem in England starken Florian Wirtz vor allem die langzeitverletzten Stars Jamal Musiala und Kai Havertz.

Der Bayern-Star Musiala hat seit einem Jahr kein Länderspiel mehr bestritten, Havertz sogar noch länger. Ihre Reintegration ins Teamgefüge wird zur entscheidenden Aufgabe. „Die müssen natürlich am Ende bei so einem Turnier dabei sein, dass das auch alles gut funktioniert“, betont der 38-jährige Trainer.

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Die Fitnessfragen bleiben akut: Musiala kämpft mit einer Stressreaktion am gebrochenen linken Bein, während Havertz beim FC Arsenal immer wieder mit Verletzungspausen zu kämpfen hatte. Nagelsmann hofft auf Stabilisierung: „Ich hoffe, dass er sich stabilisiert, auch für ihn und für uns.“

Defensive Probleme und Stürmer-Dilemma

In der Abwehr wird die Situation besonders komplex. Antonio Rüdiger, lange Zeit der unumstrittene Abwehrchef, kehrt nach Verletzungspause und Formschwankungen bei Real Madrid zurück. Seine Erfahrung ist wertvoll, doch Nagelsmann betont, dass auch Führungsspieler sich ins Teamgefüge einordnen müssen.

Hinter dem jüngsten Stammduo Jonathan Tah und Schlotterbeck überzeugt keiner der Kandidaten vollständig. Waldemar Anton, Malick Thiaw, Robin Koch und Yann Aurel Bisseck müssen noch überzeugen. Akut bleibt zudem die Suche nach einem Backup für Kimmich als Rechtsverteidiger.

Im Sturm zeigt sich ein grundlegendes Problem: Deutschland hat keine kopfballstarke Nummer 9 mehr. Nick Woltemade und Deniz Undav bringen Treffsicherheit mit, doch Nagelsmann wünscht sich einen körperlich robusten Mittelstürmer für Notfallsituationen. Von Niclas Füllkrug erwartet er bei AC Mailand endlich wieder Taten statt Worte.

Mittelfeld- und Torwart-Debatten

Das große Lob für Leon Goretzka sorgte für Diskussionen. Nagelsmann sprach von „guten Chancen“ für den Münchner nach starken Leistungen in der WM-Qualifikation. Im zentralen Mittelfeld konkurrieren Aleksandar Pavlović und Felix Nmecha um Plätze, während die Rückkehr von Angelo Stiller offen bleibt.

Bei den Torhütern scheint die Reihenfolge geklärt: Oliver Baumann steht bei der WM im Tor, Alexander Nübel dürfte Stellvertreter werden. Marc-André ter Stegen benötigt eine Wunderheilung, während das Thema Manuel Neuer vorerst vom Tisch ist.

Jungstars und Zeitplan

Die Teenager Karl und Said El Mala bleiben WM-Optionen, müssen aber mehr Spielpraxis und ihre beste Form zurückgewinnen. Für besondere Effekte wäre Karl ein Kandidat, doch er muss seine Leichtigkeit aus dem Herbst 2025 wiederfinden.

Der Zeitplan ist straff: In der Woche vor dem letzten Bundesliga-Spieltag am 16. Mai wird Nagelsmann seinen Kader für die WM-Vorbereitung benennen. Bis Anfang Juni muss bei der FIFA die finale Liste mit 26 Turnierspielern eingereicht sein.

DFB-Sportdirektor Rudi Völler stellt pragmatisch fest: „Der große WM-Favorit sind wir nicht.“ Die Konkurrenten Spanien, Frankreich und Portugal haben mehr Qualität oder Quantität auf hohem Niveau – oder sogar beides. Nagelsmanns Aufgabe wird sein, aus den vorhandenen Bausteinen ein konkurrenzfähiges Ganzes zu formen.

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