Nebel-Drama in München: Aues Torwart Männel verliert im Dunst den Überblick
Erzgebirge Aue taumelt weiter unaufhaltsam der 4. Liga entgegen. Auch im achten Spiel nach der Winterpause blieben die Sachsen sieglos und mussten sich bei 1860 München mit 1:2 geschlagen geben. Sollte der 1. FC Saarbrücken am Mittwoch gegen Wiesbaden gewinnen, würde der Rückstand auf das rettende Ufer bereits acht Punkte betragen – eine scheinbar unüberwindbare Kluft in der heißen Phase der Saison.
Frühe Führung und schneller Ausgleich
Maximilian Wolfram brachte die Löwen mit seiner ersten Torbeteiligung in dieser Spielzeit schon nach sieben Minuten in Führung. Doch Aues Torjäger Marcel Bär gelang der schnelle Ausgleich bereits in der zwölften Minute und sorgte damit für kurzzeitige Hoffnung bei den Gästen aus dem Erzgebirge.
Männels fataler Fehler im Nebel
Im dichten Münchner Nebel verlor ausgerechnet Aues Kapitän und Torwart Martin Männel in der entscheidenden Szene kurz nach der Pause den Überblick. Nach einer hohen Flanke im eigenen Strafraum wollte er zum Ball, verschätzte sich jedoch komplett und bekam ihn nicht zu fassen. Die Kugel prallte von Siemen Voet ins Zentrum, wo Sigurd Haugen aus kürzester Distanz ins leere Tor köpfte und damit den 2:1-Siegtreffer für die Münchner erzielte.
„So ein Gegentor habe ich auch noch nie gesehen. Das verfolgt uns schon seit Wochen und Monaten“, haderte Marcel Bär nach dem Abpfiff bei MagentaSport. Die Enttäuschung war den Spielern ins Gesicht geschrieben, als sie das Feld verließen.
Spielunterbrechung und verpasste Chance
Nach dem kuriosen Treffer unterbrach Schiedsrichter Tom Bauer wegen des starken Nebels das Spiel für volle 17 Minuten. Aue drückte in der Schlussphase verzweifelt auf den Ausgleich, doch der durchgebrochene Marcel Bär vergab in der 88. Minute die große Chance zum 2:2.
„Es ist schwierig für mich, Worte zu finden. Ich habe das Gefühl, dass ich heute versagt habe. Es tut extrem weh. Wir haben uns mal wieder selbst geschlagen. Ein 2:2 wäre für dieses Spiel zu wenig gewesen. Ich fühle mich schlecht, die Jungs fühlen sich schlecht“, gestand Bär nach der Niederlage.
Trainer Dabrowski sucht nach Worten
Auch Trainer Christoph Dabrowski rang nach dem Spiel sichtlich mit den Worten: „Das Ergebnis ist mega enttäuschend. Wir haben ein gutes Auswärtsspiel gemacht. Die Mannschaft lebt. Wir werden es am Samstag wieder angehen. Der Druck auf die Jungs ist groß. Ich werde ihnen morgen wieder Mut zusprechen.“
Am Samstag um 14 Uhr kommt Alemannia Aachen ins Erzgebirgsstadion – möglicherweise die allerletzte Chance für Erzgebirge Aue im dramatischen Abstiegskampf. Die Sachsen müssen endlich wieder Punkte holen, um den Anschluss nicht vollends zu verlieren.



