Spektakuläres Halbfinal-Hinspiel in der Champions League: Paris St. Germain schlägt den FC Bayern mit 5:4, der deutsche Rekordmeister schlägt nach zwischenzeitlichem 2:5 eindrucksvoll zurück. Doch eine Szene bleibt in den Analysen völlig unerwähnt – obwohl sie spielentscheidend war.
Die entscheidende Szene
Paris hatte insgesamt mehr Torschüsse (12) als Bayern (10). Besonders spannend: Alle fünf Schüsse auf das Tor des französischen Meisters waren drin. Einer davon: das 1:1 durch Chwitscha Kwarazchelia. Sein Treffer ins untere rechte Eck – durchaus platziert. Doch Manuel Neuers Rolle blieb in den Kommentarspalten gänzlich unerwähnt. Und das, obwohl Neuer hier seine Körperlänge von 1,93 m nicht nutzte und seinen linken Arm nicht ausstreckte, sondern anscheinend sogar zurückzog und dem Ball hinterherguckte.
Analyse von Neuers Reaktion
Anhand Neuers Bewegung und Körpersprache liegt die Vermutung nahe, dass Neuer den Ball ins Aus gucken wollte, also dachte, dass der Schuss gar nicht auf Tor kommen würde. Dafür spricht auch die Reaktion des deutschen Torwarts direkt im Anschluss an den Treffer. Wie Neuer sich ärgerte, zeigt seine Körpersprache: Er schlug verärgert auf den Boden und schüttelte den Kopf.
Neuers Risikobereitschaft als Stärke und Schwäche
Neuer gilt als Fußballer, der das Torwartspiel revolutioniert hat. Dazu gehört beim Hochstehen und Rauslaufen auch sein Mut zum Risiko. Gleichzeitig ist Neuer für seinen „Reklamierarm“ nach beinahe jedem Tor des Gegners bekannt – und eben sein gutes Auge, was die Platzierung von Schüssen angeht. In diesem Fall scheint sich Neuer schlicht geirrt zu haben – mit spielentscheidenden Folgen. Hätte er den Ball gehalten, wäre das Spiel vielleicht anders verlaufen. Doch die Diskussion konzentriert sich auf die Offensivleistung beider Teams, während dieser entscheidende Fehler unter den Tisch fällt.



