Preußen Münsters Paul Jaeckel: Warum die Leichtigkeit fehlt und der Kampf um den Klassenerhalt
Paul Jaeckel: Preußens Leichtigkeit fehlt im Abstiegskampf

Preußen Münsters Abwehrchef Paul Jaeckel: Die fehlende Leichtigkeit und der harte Abstiegskampf

Er verfügt über reichlich Erfahrung, spielte bereits für Ex-Club Union Berlin in der Bundesliga mit 46 Einsätzen und sogar in der Champions League mit drei Partien. Dennoch erlebte Paul Jaeckel (27) am vergangenen Sonntag gegen den 1. FC Kaiserslautern eine besondere Premiere. Erstmals in seiner Karriere stand der Innenverteidiger von Preußen Münster nicht nur als Abwehrchef, sondern auch mit der Kapitänsbinde in der Startelf. Am Ende unterlag seine Mannschaft den Pfälzern knapp, aber verdient mit 2:3.

Die Niederlage hat gesessen: Jaeckels Frust nach dem Spiel

Die Heimniederlage gegen Kaiserslautern hat das Team von Preußen Münster schwer getroffen. Das gibt auch Innenverteidiger Paul Jaeckel unumwunden zu. Der 1,86 Meter große Defensivprofi trug die Kapitänsbinde stellvertretend für die verletzten und erkrankten Teamkollegen Jorrit Hendrix (31) und Mikkel Kirkeskov (34).

„Wir hatten uns viel vorgenommen, wollten die Sieglos-Serie unbedingt beenden. Das ist uns leider nicht gelungen. Dementsprechend enttäuscht war ich nach dem Spielende,“ erklärt Jaeckel. Der Frust hielt auch noch einen Tag nach der Partie an. „Umso wichtiger war der freie Dienstag. Die Gelegenheit, sich abzulenken und wieder auf andere Gedanken zu kommen. Ehe ab Mittwoch der volle Fokus auf Braunschweig gerichtet wird,“ so der Routinier.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Wo ist Preußens Leichtigkeit aus der Hinrunde geblieben?

Auf die Frage, wo die spielerische Leichtigkeit aus der erfolgreichen Hinrunde geblieben ist, hat Jaeckel eine klare Analyse: „Die Gegner haben sich inzwischen besser auf uns eingestellt und unser System durchschaut. Darauf fehlt uns im Moment die passende Antwort. Wir arbeiten im Training zwar intensiv daran, bringen's aber noch nicht auf den Platz.“

Hinzu kommen unnötige individuelle Fehler, wie sie auch im Spiel gegen die „Roten Teufel“ aus Kaiserslautern zu beobachten waren. Bei allen drei Gegentoren waren die „Adlerträger“ aus Münster maßgeblich beteiligt und leisteten quasi selbst die Vorarbeit für die Treffer des Gegners. Solche Fehler werden in der kompetitiven 2. Bundesliga sofort eiskalt bestraft und lassen die Sorgen im immer enger werdenden Abstiegskampf weiter wachsen.

Der Blick auf die Tabelle und das Vertrauen ins eigene Team

„Natürlich schauen wir in der Tabelle nach unten und haben im Blick, wie eng es da zugeht,“ gesteht Jaeckel ein. Trotz der schwierigen Situation hat der Abwehrchef jedoch nicht das Vertrauen in die Qualitäten seines Teams verloren. Im Gegenteil: „Ich bin von unserer Qualität überzeugt und wirklich guter Dinge, dass wir am Saisonende mindestens drei Mannschaften hinter uns lassen werden.“

Die Bedeutung des kommenden Spiels gegen den direkten Konkurrenten Eintracht Braunschweig am 1. März (13:30 Uhr, live bei Sky) ist allen Beteiligten bewusst. Nach genau 151 Tagen soll endlich wieder ein Dreier eingefahren werden. „Dieses Spiel hat eine große Bedeutung. Nicht nur für uns, sondern gerade auch für unsere Fans. Das haben sie uns unmittelbar nach dem Abpfiff gegen Kaiserslautern laut und deutlich mitgeteilt. Für ihre großartige Unterstützung wollen und müssen wir sie gegen die Eintracht belohnen,“ betont Jaeckel.

Vom Champions-League-Spieler zum Überlebenskampf in der 2. Liga

Es ist etwas mehr als zwei Jahre her, dass Paul Jaeckel mit Union Berlin in der Königsklasse gegen Real Madrid auflief und nur hauchdünn mit 2:3 unterlag. Jetzt kämpft der gebürtige Eisenhüttenstädter mit den „Schwarz-Weiß-Grünen“ von Preußen Münster im deutschen Fußball-Unterhaus um den Klassenerhalt.

Wie bekommt er diesen mentalen Kontrast in seinem Kopf sortiert? „Problemlos,“ versichert der 27-Jährige, „ich kann die Vergangenheit gut abspeichern und mich auf die neuen Gegebenheiten einstellen. Ich lebe im Hier und Jetzt. Und da ist Preußen Münster das Einzige, was gerade für mich zählt.“

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

Eine feste Größe in schwierigen Zeiten

Von den bisherigen 23 Ligapartien der Saison verpasste Paul Jaeckel (Marktwert: 1 Million Euro) nur zwei Spiele wegen Sperren. Ansonsten stand der Innenverteidiger immer in der Startelf und musste den Rasen nur einmal – wegen seiner Roten Karte gegen Karlsruhe in der 77. Minute – vorzeitig verlassen. Damit ist er eine stabile und feste Größe im Team, die im Kampf um den Klassenerhalt vorangehen will.

Egal, ob mit Kapitänsbinde oder ohne – Paul Jaeckel bleibt eine zentrale Figur bei Preußen Münster in dieser schwierigen Phase der Saison. Seine Erfahrung aus Bundesliga und Champions League könnte in den entscheidenden Spielen der Rückrude von unschätzbarem Wert sein, wenn es darum geht, die fehlende Leichtigkeit zurückzugewinnen und den Abstiegskampf erfolgreich zu bestehen.