Schwere Ausschreitungen beim Berliner Pokal-Halbfinale
Beim ausverkauften Halbfinale um den Berliner Pokal kam es zu dramatischen Szenen. Vor 1050 Zuschauern im Paul-Kalkbrenner-Sportfeld musste die Polizei mit Pfefferspray gegen gewalttätige Fans des BFC Dynamo vorgehen. Die Partie zwischen Sparta Lichtenberg und dem BFC Dynamo endete mit einem 3:5 nach Verlängerung für die Gäste, doch die sportliche Dramatik wurde von schweren Sicherheitsvorfällen überschattet.
Pyro-Zündungen führen zu Spielunterbrechung
Bereits während des Spiels hatten BFC-Anhänger für Unruhe gesorgt. Als der Regionalligist zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit den 2:2-Ausgleich erzielte, stürmten Dynamo-Fans kurzzeitig auf den Platz. Die eigentliche Eskalation folgte jedoch in der 107. Minute der Verlängerung, als der BFC das 5:3 erzielte.
Anhänger des BFC Dynamo nutzten diesen Moment, um außerhalb des Stadions Pyrotechnik und Böller zu zünden. Der dabei entstandene Rauch sowie vereinzelte brennende Elemente drangen in den Stadion-Innenraum vor, was Schiedsrichter Julius Hanft zu einer 11-minütigen Spielunterbrechung zwang.
„Eine Spielunterbrechung ist auch dann vorzunehmen, wenn Pyro in den Innenraum vordringt“, erklärte der Unparteiische nach dem Spiel. Diese Entscheidung folgte den offiziellen Sicherheitsrichtlinien für Fußballspiele.
Polizei muss mit Pfefferspray eingreifen
Die Situation eskalierte weiter, als BFC-Fans von außerhalb des Platzes Pyro-Technik in Richtung des Spielfeldes warfen. Es kam zu Rangeleien zwischen Polizeibeamten und Anhängern des BFC Dynamo. Die Beamten wurden dabei laut Augenzeugenberichten massiv beleidigt.
Die Polizei sah sich gezwungen, Pfefferspray einzusetzen, um die gewalttätigen Ausschreitungen zu unterbinden. Ein Polizist eilte über das Sportfeld, um weitere Eskalationen zu verhindern. Ob ein Beamter dabei verletzt wurde, konnte bislang nicht abschließend geklärt werden – der offizielle Polizeibericht steht noch aus.
Rote Karte und Konsequenzen
Nach Wiederanpfiff kam es in der 109. Minute zu einer Rudelbildung auf dem Platz. Als Folge zeigte Schiedsrichter Hanft Sparta-Kapitän Ömer Toktumur die Rote Karte. Trotz der massiven Spielunterbrechungen wird der unterlegene Verein Sparta Lichtenberg keinen Protest gegen das Spielergebnis einlegen.
Damit steht der Finalteilnehmer fest: Titelverteidiger BFC Dynamo trifft am 23. Mai im Mommsenstadion auf Liga-Rivalen Altglienicke, der sich mit einem 4:0-Sieg gegen Hertha Zehlendorf für das Endspiel qualifiziert hatte.
Der Vorfall wirft erneut Fragen zur Sicherheit bei Fußballspielen in der Hauptstadt auf und zeigt, wie schnell emotionale Momente im Sport in Gewalt umschlagen können. Die Berliner Polizei wird den Einsatz nun auswerten und mögliche Konsequenzen für die beteiligten Fan-Gruppen prüfen.



