Polanski verteidigt Gladbach-Fans nach Schmäh-Plakaten gegen Kapitän Reitz
Polanski verteidigt Fans nach Schmäh-Plakaten gegen Reitz

Polanski zeigt Verständnis für Gladbach-Fans nach Schmäh-Plakaten gegen Kapitän Reitz

Der Trainer von Borussia Mönchengladbach, Eugen Polanski, hat überraschend Verständnis für die Aktionen der eigenen Fans gezeigt, die mit Schmäh-Plakaten gegen ihren Kapitän Rocco Reitz protestierten. Der 23-jährige Mittelfeldspieler wechselt nach der Saison zu RB Leipzig – ein Schritt, den viele Borussia-Anhänger als Verrat empfinden.

Emotionale Reaktionen im direkten Duell

Beim 0:1 gegen RB Leipzig wurde Reitz zur zentralen Figur des Abends, obwohl er sportlich eine starke Leistung zeigte. Bereits in der ersten Minute enthüllten Gladbach-Fans im Gästeblock ein Plakat mit der Aufschrift: „Wer das hier will, darf niemals unser Kapitän sein!“ Gemeint ist damit das Gesamtkonstrukt RB Leipzig, gegen das sich die Fans seit Jahren positionieren.

Neben weiteren Spruchbändern wie „Keine Akzeptanz für Reitz“ wurde der Kapitän in den ersten 19 Minuten bei fast jedem Ballkontakt von den eigenen Anhängern ausgepfiffen. Eigentlich richtet sich dieser Trillerpfeifen-Protest traditionell gegen die ungeliebten Sachsen und soll nur bei RB-Ballbesitz stattfinden.

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Mannschaftsinterne Solidarität

Torwart Moritz Nicolas kommentierte die Situation nach dem Spiel: „Unser Fokus sollte komplett auf den Abstiegskampf gerichtet sein – das hat hoffentlich auch jeder Fan verstanden.“ Sein Kollege Philipp Sander betonte: „Dass Rocco für seine Entscheidung Gegenwind bekommen würde, war klar. Aber er ist unser Kapitän und hat in der Mannschaft den kompletten Rückhalt.“

Reitz, der seit seinem siebten Lebensjahr für Borussia spielt und bislang 99 Profispiele absolvierte (29 davon als Kapitän), wechselt im Sommer für eine Ablösesumme von 18 Millionen Euro, die mit Boni auf bis zu 23 Millionen Euro ansteigen kann, zu RB Leipzig. Dort unterschrieb er einen Vertrag bis 2031.

Polanskis überraschende Haltung

Trainer Eugen Polanski zeigte ungewöhnliches Verständnis für die Fanaktionen: „Es herrscht freie Meinungsäußerung. Deshalb muss Rocco damit auch leben. Es war alles im Rahmen, es war nichts absolut Verwerfliches dabei.“ Diese Aussage sorgt für Diskussionen, da sie die Kritik an einem aktuellen Mannschaftskapitän legitimiert.

Sportliche Perspektiven

Während RB Leipzig mit dem vierten Sieg in Folge und vier Punkten Vorsprung auf Leverkusen auf Platz fünf voll auf Kurs Richtung Champions League ist, bleibt es für Gladbach weiterhin eng. Manager Rouven Schröder resümierte: „Wieder ein Spiel weniger und null Punkte – das ist Fakt. Aber uns war klar, dass es bis zum letzten Spieltag eng bleiben würde.“

Leipzigs Topscorer Christoph Baumgartner zeigte sich selbstbewusst: „Wir lassen uns das nicht mehr nehmen. Klar sind noch schwere Spiele dabei, aber wie wir aktuell drauf sind, können wir da genug Punkte holen.“

Die Situation um Rocco Reitz zeigt einmal mehr die emotionale Bindung zwischen Verein und Fans im Profifußball – und wie schwer es sein kann, diese Bindung zu lösen, wenn ein langjähriger Spieler den Verein verlässt.

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