Abschied nach 26 Jahren: Preußen-Mannschaftsarzt Conny Müller-Rensmann geht
Preußen-Arzt Conny Müller-Rensmann geht nach 26 Jahren

Ära endet in Düsseldorf: Preußens langjähriger Mannschaftsarzt verabschiedet sich

Ein Kapitel der Vereinsgeschichte von Preußen Münster schließt sich am Freitagabend in der Merkur Spiel-Arena in Düsseldorf. Dr. Cornelius Müller-Rensmann, den alle nur „Conny“ nennen, wird bei der Auswärtspartie gegen Fortuna Düsseldorf letztmals als Mannschaftsarzt der „Adlerträger“ auf der Bank Platz nehmen. Nach mehr als 26 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit beendet der 63-jährige Orthopäde und Unfallchirurg seine Zeit als medizinischer Betreuer des Traditionsvereins.

Von der Regionalliga bis in die 2. Liga: Eine bewegte Zeit

Die erste offizielle Mission als Mannschaftsarzt absolvierte Müller-Rensmann am 6. Februar 2000 bei einem unspektakulären 2:0-Heimsieg in der Regionalliga West gegen den SC Idar-Oberstein vor gerade einmal 1900 Zuschauern. Seitdem hat er alle Höhen und Tiefen des Vereins miterlebt – vom bitteren Abstieg in die Regionalliga bis zum Doppelaufstieg in die 2. Liga. Insgesamt dürfte das Spiel in Düsseldorf seine 663. Partie als Team-Doktor sein.

„Ich habe alle Höhen und Tiefen der letzten Jahrzehnte mitgemacht. Gut Zweidrittel aller Spiele pro Saison. Das macht etwas mit einem, verbindet“, erklärt Müller-Rensmann. Der anerkannte Mediziner, der seine eigene Praxis in Münster bereits verkauft hat, hatte ursprünglich angekündigt, erst nach dieser Saison kürzertreten zu wollen. Der Klub reagierte jedoch bereits in der Winterpause und strukturierte die Medizinische Abteilung intern um.

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Neue Ära mit Dr. Schneider und Dr. Hartwig

Künftig werden Dr. Kristian Schneider (36) und Dr. Tim Hartwig (49) die medizinische Betreuung der Mannschaft anführen. Müller-Rensmann zeigt sich verständnisvoll: „Das ist für mich okay. Auch wenn der schnelle Abschied jetzt sicherlich etwas weh tut.“ Der Verein und der langjährige Arzt haben diesen Schritt gemeinsam abgesprochen.

Sein persönliches Abschiedsspiel bei Fortuna Düsseldorf hatte sich „Conny“ ausdrücklich gewünscht. Der Grund ist familiärer Natur: „Ich habe mit Claudius, Justus und Johann drei erwachsene Söhne, von denen zwei in Bonn und einer in Freiburg lebt. Sie haben in ihrer Kindheit wegen des Fußballs häufig auf mich verzichten müssen. Am Freitag habe ich sie deshalb alle nach Düsseldorf eingeladen, um nach dem Abpfiff mit ihnen in der Altstadt ein bisschen feiern zu können.“

Weiterhin dem Fußball verbunden

Auch nach seinem Abschied bei Preußen Münster wird Müller-Rensmann dem Fußball erhalten bleiben. Bereits seit vielen Jahren ist er qualifizierter FIFA- und DFB-Arzt und kümmert sich aktuell um die deutschen U17-Junioren. Für diese stehen im Frühjahr 2027 die Europameisterschaften in Lettland und – bei entsprechender Platzierung – später im Herbst auch noch die Weltmeisterschaften an.

„Einmal Preuße, immer Preuße. Das Gefühl bleibt tief drinnen“, versichert der scheidende Mannschaftsarzt. Künftig wird er die Spiele des Bundesliga-Gründungsmitglieds von der Tribüne aus verfolgen und allenfalls beratend tätig sein, wenn seine Expertise noch gefragt sein sollte.

Für sein letztes Spiel als Preußen-Arzt hat Müller-Rensmann klare Wünsche: „Die besten Spiele sind, wenn ich so gut wie gar nicht auf den Rasen spurten muss. Weil's bedeutet, dass die Spieler unverletzt bleiben. Genau das erhoffe ich mir auch zu meinem Abschied. Neben einem Sieg natürlich!“

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