Preußen Münster in der Krise: Die Leichtigkeit des Spiels ist verloren gegangen
Der Druck auf Preußen Münster wächst von Spieltag zu Spieltag. Was zu Saisonbeginn noch als mutiges und innovatives Rauten-System gefeiert wurde, zeigt mittlerweile erhebliche Risse. Die jüngste 0:0-Nullnummer beim Auswärtsspiel gegen Fortuna Düsseldorf offenbarte deutlich die aktuellen Probleme des Zweitliga-Teams.
Acht Spiele ohne Sieg: Preußen rutscht in den Tabellenkeller
Die Bilanz ist alarmierend: Acht aufeinanderfolgende Partien ohne Sieg haben die „Schwarz-Weiß-Grünen“ auf den 16. Tabellenplatz gedrückt – direkt in den Relegationsbereich der 2. Fußball-Bundesliga. Nach dem enttäuschenden Remis in der Merkur-Spiel-Arena war die Frustration im Team deutlich spürbar.
Rechtsverteidiger Jano ter Horst, einer der wenigen Lichtblicke an diesem Abend, brachte die Stimmung auf den Punkt: „Das war nicht gut von uns und nervt mich extrem, weil wir uns einen ganz anderen Auftritt vorgenommen hatten.“ Die Fortuna zeigte sich zwar ebenfalls harmlos, doch das konnte über die eigenen Schwächen nicht hinwegtäuschen.
Trainer Ende kritisiert technische Fehler und fehlende Spielidentität
Cheftrainer Alexander Ende zeigte sich nach dem Spiel sichtlich unzufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. „Ich habe meine Spieler heute kaum wiedererkannt“, kritisierte der 46-Jährige. „Viel zu viele leichte und technische Fehler. Natürlich hatten auch die schlechten Platzverhältnisse damit zu tun. Aber ich weiß, dass sie es viel besser können.“
Bereits nach dem 1:1-Heimspiel gegen Bochum hatte Ende bemängelt, dass die Mannschaft nicht das zeige, was sie stark mache. „So führt das am Ende der Saison sicher nicht zum erhofften Erfolg“, warnte der Trainer damals.
Erfahrene Spieler analysieren die Gründe für die Krise
Abwehrchef Paul Jaeckel, der sich immerhin über den zweiten Saisonspieltag ohne Gegentreffer freuen konnte, sieht einen klaren Grund für die anhaltenden Probleme: „Die Gegner studieren uns und unsere Spielweise natürlich auch und haben sich mittlerweile besser auf uns eingestellt.“
Der erfahrene Defensivspieler, der 49 Erstliga-Einsätze für Union Berlin und Wolfsburg absolvierte, ergänzte: „Klar setzt sich das in den Köpfen fest, wenn Du so lange einem Sieg hinterherläufst. Wir brauchen ein Erfolgserlebnis, um den Schalter umlegen zu können. Und das möglichst schnell.“
Klubführung bleibt trotz Krise beim eingeschlagenen Weg
Sportdirektor Ole Kittner versucht, trotz der schwierigen Phase Zuversicht zu verbreiten: „Wir befinden uns zwar in einer schwierigen Situation, werden aber trotzdem unseren Weg fortsetzen. Weil wir nach wie vor von ihm überzeugt sind.“ Der 38-Jährige betonte, dass niemand im Verein erwartet habe, nicht auch einmal in eine solche Krise zu geraten.
Die nächste Gelegenheit für die dringend benötigte Trendwende bietet sich am kommenden Sonntag beim Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern. Trainer Ende bleibt ambitioniert: „Wenn wir gegen Kaiserslautern gewinnen, haben wir bereits die gleiche Punktzahl wie aus den ersten sechs Spielen geholt. Dann ist vieles möglich.“
Doch zunächst muss das Team die verlorene Leichtigkeit zurückgewinnen und endlich wieder zu alter Stärke finden. Das übergeordnete Ziel bleibt klar: Der Klassenerhalt in der 2. Bundesliga steht für alle Beteiligten an erster Stelle.



