Preußen Münster im Leistungstief: Kein Fortschritt trotz umfangreichem Kaderumbau
Die Parallelen zur Vorsaison sind erschreckend deutlich. Der SC Preußen Münster hat sich in der aktuellen Spielzeit der 2. Fußball-Bundesliga sportlich kaum weiterentwickelt, obwohl der Verein im Sommer umfangreiche Kader-Maßnahmen umgesetzt hat. Stillstand statt Fortschritt lautet die ernüchternde Bilanz nach 23 Spieltagen.
Beinahe identische Bilanz wie in der Vorsaison
Mit fünf Siegen, acht Unentschieden und zehn Niederlagen bei einem Torverhältnis von 27:35 steht Münster aktuell auf dem 15. Tabellenplatz. Diese Statistik ist fast eine exakte Kopie der vorigen Spielzeit, als die Preußen zum gleichen Zeitpunkt mit 26:32 Toren und ebenfalls auf Platz 15 rangierten. Der entscheidende Unterschied: Der Vorsprung auf das Tabellenschlusslicht betrug damals acht Punkte, während heute Greuther Fürth als 18. nur einen Punkt weniger hat.
Spätestens nach der schwachen 2:3-Heimpleite gegen den 1. FC Kaiserslautern sollte allen Beteiligten klar geworden sein, dass den Schwarz-Weiß-Grünen erneut ein nervenaufreibender Kampf um den Klassenerhalt bevorsteht. Ein echtes Foto-Finish, wie es bereits in der vergangenen Saison mit der Rettung im allerletzten Spiel in Ulm (2:2) der Fall war.
Umbau mit 13 Neuzugängen zahlt sich nicht aus
Der umfangreiche Team-Umbau mit insgesamt 13 neuen Spielern und Gesamtinvestitionen von rund zwei Millionen Euro hat sich bislang nicht wirklich ausgezahlt. Zwar sorgte das laufintensive Rauten-System von Neu-Coach Alexander Ende anfangs für Aufsehen und viel Lob von der Konkurrenz, doch blieb der erhoffte sportliche Ertrag aus.
Neun sieglose Spiele in Serie sprechen eine deutliche Sprache. Trainer Ende zeigte sich nach der Niederlage gegen Kaiserslautern selbstkritisch: „Wir haben die Geradlinigkeit vermissen lassen und dabei zu viele Fehler gemacht. Man darf einem Gegner in solch einem Spiel nicht so vieles erlauben.“
Frustration im Team wächst
Die Spieler zeigten sich ebenfalls frustriert. Torhüter Johannes Schenk analysierte nüchtern: „Wir haben nicht richtig ins Spiel gefunden. Das ging heute relativ früh in die falsche Richtung.“ Abwehrchef Paul Jaeckel, der gegen die Pfälzer erstmals als Kapitän auflief, konstatierte: „Das einzig Gute ist, dass es von der Ausbeute nicht schlechter werden kann.“
Doch genau dieses Besserwerden muss in dieser Woche dringend erarbeitet werden. Am kommenden Sonntag geht es zur Braunschweiger Eintracht, einem direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Braunschweig liegt auf Platz 13 und hat zwei Punkte mehr als Münster.
Entscheidendes Auswärtsspiel in Braunschweig
Ein Sieg würde den Preußen dringend benötigte Luft im Abstiegskampf verschaffen und das Selbstvertrauen stärken. Ein Unentschieden als Minimalziel ist Pflicht. Andernfalls könnte die Stimmung im Vereinsumfeld endgültig kippen und die bislang vereinzelten Pfiffe lauter und zahlreicher werden.
Die von Trainer Ende implementierte neue Spielkultur ist zwar sehenswert, bleibt in der Umsetzung jedoch zu häufig auf der Strecke. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die Preußen aus ihrem Leistungsloch finden und den drohenden Abstiegskampf erfolgreich bestreiten können.



