Noch ist der Abstieg nicht endgültig besiegelt, da flackert bei Zweitliga-Schlusslicht Preußen Münster ein Fünkchen Hoffnung. Mit einem Überraschungs-Coup am Sonntag in Hannover (13:30 Uhr/live bei Sky) könnte diese neue Nahrung erhalten. Andererseits fällt es nach nur einem Sieg aus den letzten 18 Spielen verdammt schwer, an ein Happy End zu glauben. So oder so stehen die Vereins-Verantwortlichen vor herausfordernden Wochen – ein schwieriger Umbruch, Preußen zwischen Baum und Borke.
Planungen für die Zukunft laufen auf Hochtouren
Fakt ist: Sport-Geschäftsführer Ole Kittner (38) und Sportdirektor Jan Uphues (38) müssen schon jetzt die Zukunft ihrer „Schwarz-Weiß-Grünen“ im Blick haben. Unabhängig von der Liga-Zugehörigkeit treiben sie ihre Planungen für die neue Spielzeit mit Hochdruck voran. Sie sondieren den Markt, müssen aber auch in den eigenen Reihen für Klarheit sorgen. Das ist kompliziert genug, denn aktuell gibt es drei Kategorien von Spielern.
Kategorie 1: Verträge, die auch für die 3. Liga gelten
16 Profis besitzen ohnehin noch ein gültiges Arbeitspapier, das auch für die 3. Liga gilt. Dazu zählen Oliver Batista-Meier (25), Rechtsverteidiger Jano ter Horst (23) oder Keeper Johannes „Jojo“ Schenk (23).
Kategorie 2: Spieler mit Klauseln für den Klassenerhalt
Eine zweite Gruppe von Spielern ist nur für den Fall des Klassenerhalts weiter an die Adlerträger gebunden. Bei einem Abstieg stünden sie dagegen ohne Vertrag da. Hierzu gehören unter anderem Lars Lokotsch (29), Charalambos „Babis“ Makridis (29), Paul Jaeckel (27) und Oscar Vilhelmsson (22).
Kategorie 3: Verträge, die am 30. Juni enden
Zudem gibt es eine Reihe von Spielern, deren Zusammenarbeit mit den Preußen per se am 30. Juni endet – egal, ob die Liga gehalten wird oder nicht. Beispiele sind Rico Preißinger (29), Niko Koulis (26), Yassine Bouchama (28) oder Mikkel Kirkeskov (34).
Großer Umbruch im Sommer steht bevor
Keine Frage – es besteht eine Menge Klärungsbedarf. Uphues bestätigt einen größeren Umbruch im Sommer und sagt: „Wir führen zurzeit sehr, sehr viele Gespräche.“ Dabei geht es vor allem darum, ob, wie und mit wem es weitergehen kann. Die erste Gruppe ist zunächst ausgenommen, aber das bedeutet nicht, dass alle von ihnen auch in der neuen Saison zwingend noch an der Hammer Straße sind. Hier regulieren Angebot und Nachfrage den Preis. Sollte etwa Batista-Meier eine Anfrage aus Düsseldorf erhalten, weil er bekanntlich zu Fortuna-Trainer Alexander Ende (46) einen besonders engen Draht hat, müsste schon die passende Ablöse fließen. Uphues stellt klar: „Wir werden definitiv keinen unter Wert ziehen lassen.“
Spieler der zweiten Sparte hätten im Fall der Rettung zwar weiterhin ein gültiges Arbeitspapier, aber denkbar ist, dass die Preußen vielleicht ihrerseits nicht mehr an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert sind. Vom Hof gejagt wird sicherlich niemand, aber trotzdem könnte dem einen oder anderen Kader-Profi nahegelegt werden, sich nach einem neuen Klub umzusehen, weil ihm in Münster eventuell nicht die Einsatzzeiten zugesichert werden können, die er sich erhofft.
Vertragslose Spieler und Trainerfrage
Einfacher gestaltet sich wiederum die Situation mit denjenigen, die ab 30. Juni sowieso vertragslos sind. Entweder sie erhalten ein neues Angebot der Preußen – oder nicht. Falls sie nicht von sich aus eine neue sportliche Herausforderung suchen. So hat Stürmer Etienne Amenyido (28) bereits frühzeitig verkündet, woanders einen Neuanfang starten zu wollen. Auch das Arbeitspapier von Trainer Alois Schwartz (59) läuft am Saisonende aus, er dürfte im Sommer ebenfalls Geschichte sein.
Restprogramm: Drei schwere Spiele
Das Wichtigste bei alldem: Die Mannschaft hat mit Hannover, Darmstadt (10.5.) und in Elversberg (17.5.) noch drei wichtige – wenn auch sehr schwere – Partien vor der Brust. Diese können vieles verändern und von einigen Spielern genutzt werden, um sich ins Schaufenster zu stellen – sei es für die Preußen oder andere Interessenten.



