Preußen Münster: Winter-Neuzugänge suchen noch nach ihrer Rolle
Als Soforthilfe für die Rückrunde und den Kampf um den Klassenerhalt verpflichtet, stehen die drei Winter-Neuzugänge von Preußen Münster bislang im Abseits. Imad Rondic, Shin Yamada und Tobias Raschl konnten sich in der Zweiten Bundesliga noch nicht nachhaltig durchsetzen und kämpfen um Spielzeit unter Neu-Trainer Alois Schwartz.
Drei Spieler, drei unterschiedliche Geschichten
Der bosnische Stürmer Imad Rondic ist mit neun Einsätzen noch am nächsten an einem Stammplatz, stand jedoch nur zweimal über die volle Spielzeit auf dem Platz. Sein bislang einziges Tor für die Preußen erzielte er Anfang Februar mit einem feinen Lupfer zum 1:1-Ausgleich gegen Bochum - ein Moment, der seine Klasse demonstrierte.
Der ausgeliehene Japaner Shin Yamada von Celtic Glasgow besticht zwar durch seinen Fleiß im Training, wo er stets zu den ersten auf dem Platz gehört. Auf dem Rasen kam der flinke Mittelfeldspieler jedoch bislang nur auf 60 Gesamtminuten, stand lediglich einmal in der Startelf und schaffte zuletzt nicht einmal mehr den Sprung in den Spieltagskader.
Am schwierigsten gestaltet sich die Situation für Tobias Raschl, der extra seinen Vertrag beim 1. FC Kaiserslautern auflöste, um bei Preußen Münster mehr Spielzeit zu erhalten. Der ehemalige BVB-Pokalsieger kam nach seinem Wechsel dreimal kurz zum Einsatz, saß anschließend dreimal gar nicht im Kader und verbrachte zuletzt zwei Spiele unberücksichtigt auf der Bank.
Sportdirektor Uphues verteidigt die Winter-Einkäufe
Trotz der schwierigen Situation verteidigt Preußens Sportdirektor Jan Uphues alle drei Verpflichtungen. „Wir mussten damals handeln und uns auch in der Breite verstärken, weil wir zahlreiche Verletzte und angeschlagene Spieler hatten“, erklärt Uphues. „Rondic und Yamada waren wichtig, weil Vilhelmsson, Lokotsch und Mees ausfielen. Inzwischen sind zum Glück alle wieder gesund, sodass mehr Konkurrenz im Kader entstanden ist.“
Besonders für Raschl hat Uphues Verständnis: „Klar, seine Situation hatte sich Tobi sicherlich ganz anders vorgestellt. Aber er lässt sich absolut nicht hängen, arbeitet akribisch für die Mannschaft und ihren Erfolg. Ich bin fest überzeugt, dass auch er im Endspurt – genau wie Imad und Shin – noch seine Chance bekommen wird.“
Chance im Abstiegskampf gegen Greuther Fürth
Möglicherweise könnte sich bereits am Samstag beim Heimspiel gegen Greuther Fürth eine Gelegenheit für die Winter-Neuzugänge ergeben. Das Duell im LVM-Preußenstadion entwickelt sich zum echten Abstiegs-Krimi, denn Fürth steht mit nur einem Punkt Vorsprung vor Schlusslicht Münster auf dem vorletzten Tabellenplatz.
Ein Heimsieg würde den Preußen nicht nur wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt bringen, sondern könnte den Unterfranken auch die ungeliebte „Rote Laterne“ überreichen. Für Trainer Alois Schwartz und Sportdirektor Jan Uphues wäre dies ein wichtiger Schritt in der Mission Klassenerhalt.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Winter-Verpflichtungen doch noch zu tragenden Säulen im Kampf um den Verbleib in der Zweiten Bundesliga werden können oder ob sie weiterhin auf ihre große Chance warten müssen.



