Preußens Neu-Coach Alois Schwartz: Raus aus der Schockstarre!
Mit breiter Brust und neuem Selbstvertrauen betritt Alois Schwartz seine neue Aufgabe als Trainer von Preußen Münster. Nach einer Serie enttäuschender Ergebnisse – einem 0:6-Debakel in Dresden, einer 1:3-Heimniederlage gegen Schlusslicht Magdeburg und einem 0:1-Testspielverlust gegen Drittliga-Vorletzten TSV Havelse – herrschte bei den Zweitliga-Profis zuletzt Mutlosigkeit. Doch genau diese Stimmung will der neue Coach nun im knallharten Liga-Endspurt umkehren.
Neuer Schwung für den Tabellenletzten
Exakt zehn Tage ist der Nachfolger von Alexander Ende mittlerweie im Amt. Zwei Dinge sind Alois Schwartz dabei sofort aufgefallen: Positiv, dass die Mannschaft durchaus über die nötige Qualität für den Klassenerhalt verfügt. Negativ, dass sie viel zu leise und leblos auf dem Platz agiert! Schwartz, der am Ostersonntag in Kiel sein Debüt auf der schwarz-weiß-grünen Bank gibt, wünscht sich deshalb vor allem ein frecheres und forscheres Auftreten seiner Spieler.
„Anfangs waren die Spieler noch viel mit sich und ihrer eigenen Situation beschäftigt. Doch langsam aber sicher sind wieder mehr Leben und Lautstärke auf dem Platz“, erklärt der Trainer, der seine Fußballlehrer-Lizenz 2006 unter anderem gemeinsam mit Thomas Tuchel, Bruno Labbadia und Thomas von Heesen bestand.
Defensive Stärke statt spielerischer Lösungen
Genau daran hat Schwartz mit seiner Mannschaft – neben zahlreichen Einzelgesprächen – in den vergangenen Trainingseinheiten besonders gearbeitet. Dabei konnte er bereits deutliche Fortschritte feststellen. Klar ist auch, dass seine taktische Ausrichtung das Gegenteil von der Ende-Philosophie sein dürfte. Suchten die Preußen bisher hauptsächlich ihr Glück in spielerischen Lösungen, will Schwartz in erster Linie die Defensive stärken.
Mit breiter Brust, Kampf und viel Leidenschaft soll der eigene Kasten verteidigt werden. „Ich glaube schon, dass wir auch dafür die passenden Typen im Kader haben“, betont der Wahl-Mannheimer. Der Glaube an die Rettung ist beim Tabellenletzten zurückgekehrt. Bei zwei Punkten Rückstand auf Rang 15 bleiben immerhin noch sieben Chancen, um das große Ziel zu erreichen.
Personelle Entscheidungen für Kiel-Spiel
Wobei sich Schwartz nicht in die Karten schauen lässt, welche Startelf er im Holstein-Stadion aufbieten wird. Der Trainer-Routinier mit 222 Zweitliga-Spielen erklärt: „Die Aufstellung werde ich erst 75 Minuten vorm Anpfiff in der Kabine bekanntgeben.“ Um die Spannung möglichst bei all seinen Profis bis zuletzt hochzuhalten. Offiziell festgelegt hat er sich bislang lediglich auf der Torhüter-Position.
Somit wird weiterhin Johannes „Jojo“ Schenk, der bislang erst zweimal ohne Gegentor blieb, zwischen den Pfosten stehen. Aus dem Kader für Kiel könnte allerdings noch der eine oder andere Spieler rausfallen. Wie Mittelfeld-Abräumer Rico Preißinger, der unter der Woche mit einem Magen- und Darmvirus aussetzen musste. Auch für Luca Bolay reicht es wahrscheinlich noch nicht, obwohl der Linksverteidiger nach hartnäckiger Fersen-Entzündung inzwischen wieder Teile des Mannschaftstrainings mitmachen konnte.
Erfahrungsspieler trotz Blessuren dabei
Anders die Situation bei Oscar Vilhelmsson, Etienne Amenyido oder Marvin Schulz. Auch wenn sie ebenfalls aufgrund leichter Blessuren nur dosiert mitmischen konnten, werden sie voraussichtlich zum Spieltags-Aufgebot gehören. Weil es laut Schwartz durchaus Sinn macht, einige Spieler wegen ihres Könnens und ihrer Erfahrung dabei zu haben, selbst wenn es bei ihnen nur zu Teil-Einsätzen oder für die Bank reichen sollte.
Fakt ist: Im ersten „Abstiegs-Endspiel“ unter Schwartz sollen und wollen die Preußen an der Ostsee wieder ein Lebenszeichen senden. Und wichtige Punkte gegen den drohenden Untergang einfahren. Schwartz, der vor Jahren schon einmal Hansa Rostock in nahezu gleicher Situation vorm Absturz bewahrte, ist überzeugt: „Wäre ich nicht überzeugt davon, hätte ich die Aufgabe in Münster erst gar nicht angetreten.“



