Rätselhaftes PSG: Müdigkeit und Ideenlosigkeit belasten Champions-League-Verteidiger
PSG: Müde und ideenlos vor Chelsea-Duell

Rätselhaftes PSG: Müdigkeit und Ideenlosigkeit belasten Champions-League-Verteidiger

Der aktuelle Sieger der Königsklasse verfolgt ein klares und ambitioniertes Ziel: die erfolgreiche Titelverteidigung in der Champions League. Nach zuletzt sportlich durchwachsenen und enttäuschenden Auftritten benötigen die Stars von Paris-Saint-Germain dringend frischen Schwung und neue Impulse.

Transferpolitik überraschend zurückhaltend

Nach dem historischen Gewinn des ersten Champions-League-Titels stand Paris Saint-Germain vor einer grundlegenden strategischen Entscheidung: Entweder die Einzigartigkeit eines außergewöhnlichen Halbjahres zu würdigen, in dem die Pariser über Wasser und ihre Gegner schwebten, und den Kader tiefgreifend zu erneuern – oder das Vertrauen in eine junge und unersättliche Gruppe mit langfristigen Verträgen zu setzen und zu stärken.

Man entschied sich eindeutig für die zweite Option. Die Vereinsführung wollte diesen Weg ebenso gehen wie Trainer Luis Enrique, der überzeugt war, dass seine fröhliche und talentierte Truppe noch erhebliches Entwicklungspotenzial und Luft nach oben besitzt.

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Wie zurückhaltend Paris dann aber im Sommer-Transfermarkt agierte – so wenig aktiv wie noch nie in der gesamten Geschichte der Katar-Ära seit dem Jahr 2011 –, überraschte dann doch viele Beobachter und Experten.

Nur drei entscheidende Transfers

Mit dem Innenverteidiger Illya Zabarnyi für 63 Millionen Euro sowie zwei Torhütern, Lucas Chevalier aus Lille für 40 Millionen und dem italienischen Ersatzkeeper Renato Marin, gab es lediglich drei entscheidende und nennenswerte Transfers. Eine umfassende Frischzellenkur für den Kader blieb aus.

„Klar ist, dass die Mannschaft seit einigen Wochen müde und ideenlos wirkt“, analysierte Ex-PSG-Torwart Bernard Lama im exklusiven Gespräch mit SPORT1. „Man darf auch nicht vergessen, dass das Team im letzten Sommer nur wenige Tage zur Vorbereitung hatte, sodass man nun deutlich merkt, dass die Spieler momentan nicht optimal fit wirken.“

Problemzone Abwehr: Kein adäquater Ersatz für Hakimi

Auf der Position des rechten Außenverteidigers, auf der Achraf Hakimi lange Zeit unumstritten erschien, hat Paris aktuell keinen erfahrenen und professionellen Ersatzspieler, was sich inzwischen als echtes Problem und fast schon als kleine Katastrophe erweist.

Hakimi war zwischenzeitlich verletzt, vom enttäuschenden Scheitern Marokkos beim Afrika-Cup geprägt und wurde zusätzlich wegen des schwerwiegenden Vorwurfs der Vergewaltigung vor Gericht gestellt – was er kategorisch und entschieden bestreitet. All diese Faktoren wirkten sich problematisch auf seine Leistung und damit auch auf seine Mannschaft aus.

Trainer Enrique ging ursprünglich davon aus, dass die Vielseitigkeit und das außergewöhnliche Talent seiner Spieler es ermöglichen würden, eventuelle Rückschläge und Ausfälle ohne allzu großen Schaden zu bewältigen und zu kompensieren.

Paris Saint-Germain formal noch auf Kurs

Auf dem Papier gelang dieses Vorhaben zumindest weitgehend: Abgesehen von einer kleinen und unerwarteten Panne im französischen Pokal gegen den Paris FC hat PSG seit August den europäischen Supercup gegen Tottenham, den Interkontinentalpokal gegen Flamengo und den französischen Supercup gegen Olympique Marseille gewonnen.

Trotz der knappen Niederlage gegen Monaco am vergangenen Freitag mit 1:3 hat PSG sein Schicksal für einen 14. Titel in der Ligue 1 – es wäre der zwölfte seit dem Jahr 2013 – weiterhin selbst in der Hand. Zudem spielt die Mannschaft am Mittwoch gegen Chelsea um einen begehrten Platz im Viertelfinale der Champions League.

PSG wird „die richtige Antwort geben“

Nichtsdestotrotz haben die aktuellen Leistungen im Jahr 2026 nicht mehr viel mit den starken Auftritten der vergangenen Saison zu dieser Zeit gemeinsam. „Vor einem Jahr spielte PSG sensationell, die Spieler waren erfolgsbesessen und gierig“, erinnert sich Jérémy Ménez, der von 2011 bis 2014 bei PSG unter Vertrag stand, im Interview mit SPORT1.

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Er sieht dennoch eine große Chance: „Auch wenn die Elf von Luis Enrique gerade kreativlos und uninspiriert auftritt, kann sie sich nun mit den herausfordernden Aufgaben in der Champions League plötzlich wieder in die richtige Richtung ändern, weil die Spieler in diesem prestigeträchtigen Wettbewerb immer hochmotiviert und fokussiert sind. Davon bin ich fest überzeugt.“

Welches PSG ist gegen Chelsea zu sehen?

Es hat sich eine gewisse körperliche und mentale Müdigkeit eingestellt, die spürbar ist. Dies war vorhersehbar und vielleicht sogar unvermeidlich, aber es wirft einen deutlichen Schatten der Unsicherheit auf die bevorstehenden Hochgebirgsetappen, die Titel und Legenden hervorbringen.

Kann PSG mit seiner bewährten Siegermentalität und seinen eingespielten Automatismen bis zum 30. Mai, dem Abend des großen Finales in Budapest, die Zähne zusammenbeißen und wieder alles mitreißen, was sich ihm in den Weg stellt?

Oder wird der Verein seine ungewöhnliche Vorsicht auf dem Transfermarkt bereuen und zumindest vorübergehend den glorreichsten Zyklus in der gesamten Geschichte des Vereins beenden?

„Ich denke, dass PSG nun die richtige Antwort geben wird“, stellt Bernard Lama abschließend klar: „Die Spieler warten seit vielen Wochen auf diesen großen Moment. Sie wollen es allen zeigen und unter Beweis stellen.“