Ramelow rechnet mit DFB ab: VDV-Präsident fordert radikale Regionalliga-Reform
Ramelow rechnet mit DFB ab: Fordert Regionalliga-Reform

Ramelow rechnet mit DFB ab: VDV-Präsident fordert radikale Regionalliga-Reform

Einen Tag vor dem entscheidenden Showdown um die Regionalliga-Reform wächst der Druck auf den Deutschen Fußball-Bund (DFB) weiter an. Jetzt hat sich mit Carsten Ramelow (52) ein prominenter Ex-Nationalspieler und aktueller Präsident der Spielergewerkschaft VDV (Vereinigung der Vertragsfußballspieler) zu Wort gemeldet. Der Vize-Weltmeister von 2002 rechnet in einer scharfen Stellungnahme gnadenlos mit dem Dachverband ab.

„Jeder Meister muss aufsteigen können“

In einer offiziellen Pressemitteilung stellt Ramelow klar: „Bereits seit vielen Jahren fordern wir, dass jeder Meister der einzelnen Regionalligastaffeln aufsteigen muss. Es darf nicht sein, dass einzelne Meister am Saisonende noch Relegationsspiele bestreiten müssen.“ Doch seine Kritik geht weit über sportliche Fragen hinaus und beleuchtet strukturelle Missstände im deutschen Profi-Unterbau.

Finanzskandale und Arbeitsrechtsverstöße

Ramelow fordert eine umfassende Neuausrichtung der Regionalligen im Bereich Vermarktung und Lizenzierung. „Als Spielergewerkschaft müssen wir uns häufig mit zahlungsunfähigen oder zahlungsunwilligen Regionalligaklubs auseinandersetzen“, erklärt der VDV-Präsident. „Ferner stellen wir regelmäßig Verstöße gegen das Mindestlohngesetz, gegen das Nachweisgesetz und gegen das Arbeitszeitgesetz fest. Leidtragende sind am Ende immer die Spieler.“

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Diese Vorwürfe werden durch investigative Recherchen untermauert. Bereits Anfang 2022 deckte eine große ARD-Dokumentation auf, dass es im höherklassigen Amateurfußball schwarze Kassen und unregelmäßige Zahlungsabläufe geben soll. In der Regionalliga West gingen während der Vorsaison drei Klubs die finanziellen Mittel aus.

Blockadehaltung der Regionalverbände

Der DFB unter Präsident Bernd Neuendorf plant zwar eine Reform mit dem sogenannten Kompassmodell, das eine Reduzierung von fünf auf vier Staffeln sowie einheitliche Zulassungskriterien vorsieht. Doch die Regionalverbandspräsidenten Peter Frymuth (69/Westen), Ralph-Uwe Schaffert (75/Norden) und Dr. Christoph Kern (42/Bayern) blockieren diesen Kompromissvorschlag, der von Fans und Klubs aus mindestens vier von fünf Staffeln geschlossen unterstützt wird.

Dr. Christoph Kern, Präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes, zeigt sich besonders resistent gegenüber Veränderungen. Diese Blockadehaltung verschärft die angespannte Lage weiter.

Mangelnde Prävention und fehlende Mitsprache

Ramelow nennt weitere gravierende Probleme: „Darüber hinaus lassen die Präventionsbemühungen zur Eindämmung von Doping sowie Spiel- und Wettmanipulation in den Regionalligen stark zu wünschen übrig.“

Besonders kritisiert der Ex-Bundesliga-Profi die fehlende Einbindung der Spielergewerkschaft in die Reformprozesse: „Des Weiteren bleibt festzustellen, dass der DFB bei seinen Reformplanungen die VDV als Spielergewerkschaft überhaupt nicht eingebunden hat. Dies entspricht nicht unseren Vorstellungen von einem sozialpartnerschaftlichen Dialog und steht zudem im Widerspruch zu den Grundwerten des europäischen Sportmodells.“

Breite Unterstützung für Reformforderungen

Die von Ostklubs vor einem Jahr angestoßene Reforminitiative hat mittlerweile 70 Vereine bundesweit in der Klub-Initiative „Aufstiegsreform“ zusammengeführt – die größte Solidargemeinschaft in der deutschen Fußballgeschichte. Unterstützung erhalten die Reformbefürworter von:

  • Sportwissenschaftler Prof. Harald Lange (Universität Würzburg)
  • Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU)
  • Prominenten Ex-Trainern wie Felix Magath und Peter Neururer

Mit der Spielergewerkschaft VDV, die 1400 Mitglieder vertritt, ist nun eine weitere wichtige Akteurin in den Konflikt eingetreten. Für den DFB wird die Angelegenheit damit zunehmend heikler, da sich immer mehr unabhängige Stimmen für die sofortige Umsetzung einer neuen Liga-Struktur einsetzen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration