Die Hertha BSC hat erneut eine bittere Niederlage hinnehmen müssen. Trotz deutlicher Überlegenheit unterlag das Team von Trainer Stefan Leitl im Olympiastadion mit 0:1 gegen Holstein Kiel. Besonders frustriert zeigte sich Kapitän Fabian Reese, der nach dem Spiel von einem „leidigen Thema“ sprach und einen möglichen Abschied im Sommer andeutete.
Statistische Dominanz ohne Ertrag
Die Statistik sprach eine eindeutige Sprache: 2,49 Tore hätte Hertha laut erwarteten Treffern erzielen müssen, Kiel lediglich 0,28. Doch am Ende stand ein 0:1, weil der einzige Schuss der Gäste auf das Tor von Jonas Therkelsen verwertet wurde. „Hier gab es eine Mannschaft, die Fußball gespielt hat, eine Mannschaft, die in allen Belangen besser war, außer im Tore schießen. Leidiges Thema“, sagte Reese sichtlich verärgert.
Leitl kritisiert Chancenverwertung
Trainer Stefan Leitl zeigte sich ebenfalls enttäuscht: „Diese Qualität, dann auch in dem Moment zu sein, um diese Aktionen qualitativ sehr gut auszuführen, die fehlt halt oftmals. Und deswegen ist es so, dass du so ein Spiel am Ende verlierst.“ Hertha ließ in den letzten drei Partien acht Punkte liegen und verspielte damit alle Aufstiegschancen.
Sechs Heimniederlagen für Spitzenteam zu viel
Reese kritisierte die mangelnde Zuverlässigkeit im Abschluss: „Dann hat man es nicht verdient, weiter in der Tabelle oben zu stehen. Wir haben zu wenig Spieler, die verlässlich viele Tore schießen, und dann kann man nicht sehr gut bestehen in der 2. Liga.“ Die sechs Heimniederlagen seien für ein Spitzenteam inakzeptabel.
Kiels Trainer Walter mit bitterem Vergleich
Holstein-Kiels Coach Tim Walter zog nach dem Spiel einen unangenehmen Vergleich: „Jahrelang“ sei es ihm mit dem Hamburger SV so ergangen, wie Leitl mit Hertha – dominanter Fußball ohne Ertrag. „Da musste ich mich auch den Fragen entgegenstellen. Und so tue ich ihn nicht beneiden darum“, so Walter.
VAR-Entscheidungen und vergebene Chancen
Die Partie war geprägt von umstrittenen Videobeweis-Entscheidungen. Ein frühes Tor von Josip Brekalo wurde wegen Abseits zurückgenommen, ein Elfmeterpfiff in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit revidiert. „Lass uns nicht drüber sprechen“, sagte Leitl dazu. Hertha hatte zudem durch Luca Schuler (56.) und Michael Cuisance (61.) weitere gute Möglichkeiten, die jedoch ungenutzt blieben.
Reese deutet Abschied an
„Ich bin tierisch enttäuscht von dem heutigen Spiel. Und was im Sommer passiert, müssen wir schauen“, schloss Reese. Die Aussage des Topstars könnte auf einen bevorstehenden Abschied hindeuten. Bei der Mitgliederversammlung am Sonntag in der Berliner Messe wird die Stimmung angespannt sein.



