Regionalliga-Reform: Regionen-Modell als schlechter Scherz kritisiert
Regionalliga-Reform: Regionen-Modell als schlechter Scherz

Regionalliga-Reform: Regionen-Modell als schlechter Scherz kritisiert

Die Arbeitsgruppe Regionalliga-Reform hat sich nach intensiven Beratungen auf zwei Lösungsmodelle geeinigt, um künftig allen Regionalliga-Meistern den Aufstieg in die 3. Liga zu ermöglichen. Doch eines dieser Modelle, das sogenannte Regionen-Modell, stößt bereits auf massive Kritik von Vereinen und Verbänden. Die Clubs der Aufstiegsreform-Initiative kündigten an, geschlossen gegen diesen Vorschlag vorzugehen und stattdessen das alternative Kompass-Modell zu unterstützen.

Arbeitsgruppe einigt sich auf zwei Modelle

Eine 13-köpfige Arbeitsgruppe Regionalliga-Reform hatte sich einstimmig für eine viergleisige Regionalliga ausgesprochen, um den Aufstieg aller Meister in die 3. Liga zu ermöglichen. Bei den erarbeiteten Lösungsvorschlägen handelt es sich um das von vielen Clubs bevorzugte Kompass-Modell und das umstrittene Regionen-Modell. Das Kompass-Modell sieht vor, dass die vier Staffeln in jeder Saison anhand der Entfernungen zwischen den Vereinen gebildet werden, was eine flexible und gerechte Einteilung ermöglichen soll.

Das Regionen-Modell hingegen würde aus den Regionalligen Nord, Nordost und Bayern zwei Staffeln formen, während die Regionalligen West und Südwest in ihrer jetzigen Form bestehen bleiben. Dies hätte praktisch den Wegfall des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV) zur Folge, was bei den betroffenen Vereinen auf heftigen Widerstand stößt.

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Kritik am Regionen-Modell als Bestrafung

Der Präsident des NOFV, Hermann Winkler, äußerte scharfe Kritik an dem Regionen-Modell. „Ich halte es für instinktlos, dass das Regionen-Modell vorgeschlagen wurde! Es ist offensichtlich, dass die Vereine, die die Initiative 'Meister müssen aufsteigen' wieder ins Rollen gebracht haben, jetzt bestraft werden sollen“, sagte Winkler dem MDR. Er betonte, dass das Kompass-Modell gerechter sei und die Bemühungen der Vereine für eine faire Aufstiegsregelung nicht durch eine Zerschlagung der Regionalliga Nordost konterkariert werden dürften.

Unterstützung erhält Winkler von zahlreichen Traditionsvereinen. Daniel Meyer, Sportdirektor beim Halleschen FC, bewertete das Regionen-Modell als „schlechten Scherz“ und kritisierte, dass es zeige, auf welch „erschreckendem Irrweg sich einige Personen auf Verbandsebene im deutschen Fußball bewegen“. Die rund 70 Clubs der Aufstiegsreform-Initiative werden daher das Kompass-Modell geschlossen unterstützen.

Kompass-Modell als favorisierte Lösung

Toni Wachsmuth, Sport-Geschäftsführer des 1. FC Lokomotive Leipzig, bekräftigte die Ablehnung des Regionen-Modells. „Wir als 1. FC Lokomotive Leipzig sind ganz klar für das Kompass-Modell, welches von fast allen Vereinen favorisiert wird“, sagte er der „Leipziger Volkszeitung“. Er betonte, dass eine komplette Zerschlagung der Regionalliga Nordost nicht infrage kommen dürfe, da sie die attraktivste und interessanteste Regionalliga mit den meisten Traditionsvereinen und den höchsten Zuschauerzahlen sei.

Ein neues Modell mit vier Regionalliga-Staffeln könnte bei entsprechendem Beschluss ab der Saison 2028/2029 umgesetzt werden. Die Diskussionen zeigen, dass die Reform der Regionalliga nicht nur sportliche, sondern auch strukturelle und traditionelle Aspekte berücksichtigen muss, um von allen Beteiligten akzeptiert zu werden.

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