Nach den scharfen Attacken von Bayern-Patron Uli Hoeneß (74) gegen Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) hat DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig (63) nun deutlich kontert. Bei einer Veranstaltung des Heimatvereins „Düsseldorfer Jonges“ am Dienstagabend schoss Rettig gegen den Ehrenpräsidenten des FC Bayern München zurück.
Rettig: „Hoeneß wurde nicht um Zwischenzeugnis gebeten“
Rettig zeigte sich erstaunt über die Aussagen von Hoeneß und betonte: „Ich kann mich nicht erinnern, dass jemand vom DFB Herrn Hoeneß gebeten hat, ein Zwischenzeugnis für Herrn Nagelsmann auszugeben. Ich kenne auch die Motivation nicht, was ihn da jetzt reitet.“ Damit stellte er klar, dass die Kritik von Hoeneß unerwünscht und unnötig sei.
Hoeneß' Kritik an Nagelsmann
Hoeneß hatte vergangene Woche in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung deutliche Kritik an Nagelsmann geübt. Er bemängelte, dass Nagelsmann es nicht geschafft habe, zweimal hintereinander mit derselben Elf zu spielen, und stellte die Frage nach den Stammspielern auf wichtigen Positionen: „Wer ist unser Mittelstürmer? Wer spielt Torwart? Wer rechter Verteidiger, wer linker?“ Zudem warf er dem Bundestrainer vor, zu sehr auf die eigene Spielweise zu vertrauen, anstatt auf die Mannschaft.
Rettig verteidigt Nagelsmanns Aufstellungen
Rettig wies die Vorwürfe zurück und verteidigte die Aufstellungen des Bundestrainers. Er erklärte: „Für die letzten sechs Spiele der Nationalmannschaft haben bei jedem Spiel mindestens acht Nationalspieler aus Verletzungsgründen abgesagt. Das können wir nicht dem Trainer vorwerfen.“ Er betonte, dass Nagelsmann in den zweieinhalb Jahren seiner Amtszeit kein einziges Mal beleidigt gewesen sei, auch wenn es intern einmal gekracht habe.
Spitze gegen Hoeneß: „Trainer war Bayern mal 25 Mio. Euro wert“
Rettig erinnerte zudem daran, dass Nagelsmann dem FC Bayern einst 25 Millionen Euro Ablöse wert war und dass die Bayern ihn nach seiner Entlassung im März 2023 im Sommer 2024 zurückholen wollten. „Genau dieser Trainer war dem FC Bayern mal, ich glaube, 25 Millionen Euro wert. Sie haben ihn dann entlassen und wollten ihn wieder zurückholen. Das wissen wir, weil wir genau zu der Zeit mit Julian in Vertragsgesprächen waren.“
Ausblick auf die WM
Die deutsche Nationalmannschaft startet am 14. Juni gegen Curacao in die WM in den USA, Kanada und Mexiko. In Gruppe E trifft die DFB-Elf außerdem auf die Elfenbeinküste und Ecuador. Dann wird sich zeigen, ob Hoeneß mit seiner Kritik recht hatte.



