Matthias Sammer übt scharfe Kritik am öffentlichen Umgang mit Leroy Sané
Der ehemalige Nationalspieler und aktuelle BVB-Berater Matthias Sammer hat in einem exklusiven Interview mit Sky deutliche Worte zur aktuellen Debatte um die deutsche Fußballnationalmannschaft gefunden. Im Zentrum seiner Kritik steht dabei der öffentliche Umgang mit Nationalspieler Leroy Sané, den Sammer als "ein bisschen unwürdig für Deutschland" bezeichnet.
Die wechselhafte öffentliche Wahrnehmung von Sané
Sammer zeigte sich insbesondere von der extremen Pendelbewegung in der öffentlichen Bewertung Sanés irritiert. "Er kann etwas im Eins gegen eins, in der Geschwindigkeit, was er auch in den letzten Qualifikationsspielen gezeigt hat", erinnerte der erfahrene Fußballexperte. "Da hieß es plötzlich: Sané 1000 Prozent. Jetzt sagen wir ebenso pauschal: Sané 0 Prozent. Diese Schwarz-Weiß-Malerei entspricht nicht der Realität und schadet letztlich dem Spieler und dem Team."
Der BVB-Berater betonte, dass solche Phasen vor großen Turnieren wie der anstehenden Weltmeisterschaft besonders anfällig für Übertreibungen seien. "Im März, mit der WM im Blick, wird viel geredet und alles wird oft überzeichnet dargestellt", analysierte Sammer. Aus diesem Grund versuche er selbst, sich zurückzuhalten und stattdessen auf analytisches Vorgehen und einen Blick nach vorne zu setzen.
Vertrauen in die Entscheidungen des Bundestrainers
Ein zentrales Anliegen Sammers ist der Appell, Bundestrainer Julian Nagelsmann mehr Vertrauen und Entscheidungsfreiheit einzuräumen. "Man sollte einem Bundestrainer ein Stück weit vertrauen", forderte der ehemalige Sportvorstand des DFB. Die Personalentscheidungen, insbesondere bezüglich der Nominierung für die WM, sollten laut Sammer in erster Linie dem verantwortlichen Trainer überlassen werden.
Zum Thema der geringen Einsatzzeiten von Deniz Undav beim DFB zeigte sich Sammer amüsiert über die öffentliche Diskussionskultur. "Ich kriege es mit, lese auch einiges, aber ich bin gerade amüsiert, welche Diskussionen wir führen – über einzelne Personen", kommentierte der Fußballexperte die aktuelle Medienberichterstattung.
Zeit für Sanés Rückkehr in Topform
Sammer räumte zwar ein, dass man über Sanés aktuelle Leistung sagen könne: "Ja, das war vielleicht jetzt gerade nicht gut genug." Gleichzeitig betonte er jedoch, dass bis zur endgültigen WM-Nominierung noch ausreichend Zeit verbleibe, in der sich der Bayern-Spieler wieder in eine bessere Verfassung bringen und regelmäßig spielen könne.
Der erfahrene Fußballfachmann plädierte insgesamt für mehr Ruhe und Sachlichkeit in der öffentlichen Debatte um die Nationalmannschaft. Statt voreiliger Urteile und polarisierender Diskussionen über Einzelspieler empfahl Sammer einen analytischen Ansatz und Vertrauen in die Entscheidungen des verantwortlichen Trainerstabs.



