Patrick Ittrich beendet nach 23 Jahren seine Karriere als Bundesliga-Schiedsrichter
Schiedsrichter Ittrich beendet Karriere nach 23 Jahren

Ein Karriereende mit emotionalem Abpfiff: Patrick Ittrich verlässt den Bundesliga-Rasen

Nach 23 Jahren im Dienst des Fußballs zieht sich einer der bekanntesten Gesichter der Bundesliga zurück. Patrick Ittrich, der seit 2003 als DFB-Schiedsrichter aktiv war und 2016 in den Bundesliga-Kader aufstieg, beendet mit dem Abschluss der aktuellen Saison seine professionelle Schiedsrichterkarriere. Für den 47-jährigen Polizeibeamten stellt diese Entscheidung die schwierigste dar, die er "je im Fußball getroffen habe", wie er in einer offiziellen Mitteilung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Donnerstag bekannt gab.

Eine bewegte Laufbahn mit Höhen und Tiefen

Ittrich blickt auf eine beeindruckende Bilanz von 90 geleiteten Bundesligaspielen zurück, wobei seine Karriere immer wieder von schweren Verletzungen überschattet wurde. Dreimal riss ihm das Kreuzband, doch er kämpfte sich stets zurück auf den Platz. Besonders prägende Momente waren die Rettung seines Kollegen Babak Rafati im Jahr 2011 nach einem Suizidversuch sowie die lebensrettende Hilfe für Mainzer Profi Josuha Guilavogui im Jahr 2024, der auf dem Platz seine Zunge verschluckt hatte. Im Jahr 2023 machte Ittrich zudem eine Morddrohung gegen seine Person nach einem Zweitligaspiel öffentlich.

Wertschätzung und ein bewusster Abschied

"Ich spüre eine hohe Wertschätzung von meinen Schiedsrichterkollegen, den Fans und den Vereinen. Das ist ein sehr schönes Gefühl", betonte Ittrich. Der Polizeibeamte fügte hinzu: "Außerdem bin ich gerade fit und gesund. Genau deshalb ist jetzt ein guter Zeitpunkt aufzuhören." Schiedsrichter-Chef Knut Kircher würdigte Ittrich nicht nur als "Gesicht der Bundesliga", sondern betonte auch dessen positive Ausstrahlung: "Kaum jemand hat den Spaß am Dasein als Schiedsrichter so sehr wie Patrick verkörpert. Er hat mit seiner lockeren Art im Kader der Bundesligaschiedsrichter stets für gute Atmosphäre gesorgt."

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Letzte Einsätze und Zukunftsperspektiven

Bevor Ittrich endgültig den Pfiff abgibt, will er seine verbleibenden Einsätze in vollen Zügen genießen und "noch viele richtige Entscheidungen treffen". Sein nächster Auftritt führt ihn am Samstag um 13:00 Uhr zum Zweitliga-Derby zwischen Arminia Bielefeld und dem SC Paderborn. Auch nach seiner aktiven Zeit möchte Ittrich dem Fußball erhalten bleiben: "Ich freue mich auf alles, was kommt, auch wenn ich nicht mehr pfeifen werde." Damit endet eine Ära, die nicht nur durch umstrittene Pfiffe, sondern vor allem durch menschliche Größe und Leidenschaft für den Sport geprägt war.

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