BVB-Verteidiger Schlotterbeck widerspricht Medienberichten über Vertragsverlängerung
Der Vertragspoker um Nico Schlotterbeck beim Bundesligisten Borussia Dortmund nimmt eine neue Wendung. Der Abwehrspieler hat sich persönlich zu den jüngsten Medienberichten geäußert und eine angeblich kurz bevorstehende Vertragsverlängerung deutlich dementiert. Die Situation hat sich durch den überraschenden Abgang von Ex-Sportdirektor Sebastian Kehl zusätzlich verkompliziert.
Schlotterbeck konfrontiert Reporter mit klarer Dementierung
In der Mixed Zone nach dem Länderspiel gegen Ghana wurde Schlotterbeck von Sky-Reporter Florian Plettenberg auf entsprechende Berichte angesprochen. „Ich muss das klar dementieren. So weit sind wir leider nicht“, stellte der 26-jährige Nationalspieler unmissverständlich klar. Der Verteidiger zeigte sich verwundert über die Medienmeldungen, die eine unmittelbar bevorstehende Unterschrift suggeriert hatten.
Schlotterbeck verwies dabei auf die veränderte Verhandlungssituation: „Ich habe lang mit Sebastian verhandelt. Sebastian ist jetzt nicht mehr da“. Mit dem Weggang von Sebastian Kehl am 22. März hat sich die Ausgangslage für die Vertragsgespräche grundlegend verändert. Für die weitere Kaderplanung sind nun Geschäftsführer Sport Lars Ricken und Kehl-Ersatz Ole Book verantwortlich.
Medienberichte sorgten für Verwirrung
Sky hatte am Montagnachmittag berichtet, dass Schlotterbeck „positive Signale in Richtung Dortmund gesendet hatte und der Vollzug unmittelbar bevorsteht“. Eine Unterschrift sei demnach nach der Länderspielpause geplant gewesen, mit anschließender offizieller Verkündung. Die Bild-Zeitung hatte bereits in der vergangenen Woche vermeldet, dass ein neuer Vertrag bis 2031 „nahezu vollständig ausgehandelt“ sei.
Laut diesen Berichten sollte Schlotterbeck künftig bis zu 14 Millionen Euro pro Jahr verdienen können und eine Ausstiegsklausel für europäische Topklubs in Höhe von rund 60 Millionen Euro erhalten. Der BVB hatte diese Meldungen nicht kommentiert, doch nach Informationen von SPORT1 herrschte hinter den Kulissen des Klubs Verwunderung über die Berichterstattung.
Verhandlungen müssen neu aufgenommen werden
Schlotterbeck betonte, dass er bereits Kontakt mit seinem neuen Ansprechpartner Ole Book hatte: „Natürlich hat mich Ole auch schon angerufen, deswegen bin ich sehr verwundert über die Berichterstattung“. Der Verteidiger machte deutlich, dass die Verhandlungen praktisch neu beginnen müssen: „Soweit sind wir nicht, dass die Unterschrift kurz bevorsteht“.
Der Abwehr-Chef zeigte Verständnis für die Situation der Fans: „Es ist jetzt blöd auch für BVB-Fans, aber wie gesagt, es ist keine einfache Situation für mich, weil auch im letzten Moment Sebastian gegangen ist“. Durch den überraschenden Weggang Kehls habe sich die Verhandlungsposition „schon ein bisschen verhärtet“.
Ausblick auf weitere Entwicklungen
Obwohl die Zeichen grundsätzlich weiterhin positiv für eine Verlängerung stehen, ist ein zeitnaher Abschluss der Vertragsverhandlungen nicht zu erwarten. Die Parteien müssen sich erst auf neue Verhandlungspartner einstellen und die Gespräche unter veränderten Rahmenbedingungen fortsetzen.
Eines steht nach den aktuellen Entwicklungen fest: Der Vertragspoker um einen der wichtigsten Defensivspieler des BVB wird sich noch weiter hinziehen. Für die Planungen der Borussia bedeutet dies zusätzliche Unsicherheit in einer ohnehin turbulenten Phase des Vereins.



