Schlotterbeck nach Roter Karte: "Schiedsrichter konnte mir die Entscheidung nicht erklären"
Der Frust bei Borussia Dortmund ist nach dem peinlichen Aus in der Champions League gegen Atalanta Bergamo groß. Doch während die Mannschaft mit einem 1:4 im Rückspiel und 2:0 im Hinspiel aus dem Wettbewerb flog, erlebte Abwehrspieler Nico Schlotterbeck einen besonders bitteren Abend. Der BVB-Star, der über 90 Minuten lediglich auf der Bank saß, sah trotzdem die Rote Karte.
Schlotterbeck klärt auf Instagram auf
Nach der Niederlage richtete sich Schlotterbeck auf Instagram an die Borussia-Anhänger: "Hey liebe Fans, zuerst einmal sind wir als Mannschaft – und ich persönlich – extrem niedergeschlagen." Der Nationalspieler nutzte die Plattform jedoch vor allem, um die umstrittene Szene zu erklären.
"Zu der Situation möchte ich aber kurz etwas klarstellen: Nachdem gefühlt zehn Spieler von Atalanta gleichzeitig aufgesprungen sind und sich lautstark beschwert haben, bin ich ebenfalls aufgestanden und habe gesagt, sie sollen sich wieder hinsetzen. Das war alles. Ohne Beleidigungen, ohne Respektlosigkeiten oder sonst irgendetwas."
Besonders kritisch äußerte sich Schlotterbeck zur Begründung der Schiedsrichterentscheidung: "Warum ich dafür die Rote Karte gesehen habe, konnte mir der Schiedsrichter selbst nach dem Spiel nicht erklären. Das wollte ich einfach zur Klarstellung sagen."
Die spielentscheidende Szene in der Nachspielzeit
Die kontroverse Situation ereignete sich in der Nachspielzeit des Rückspiels. Als sich alle bereits auf die Verlängerung eingestellt hatten, spielte Torhüter Gregor Kobel einen langen Ball ab und spielte die Kugel ohne Not in die Füße eines Italieners. Dieser hob den Ball in den Strafraum, wo Ramy Bensebaini mit der Hacke klärte und dabei den heranfliegenden Nikola Krstovic an der Stirn traf.
Der montenegrinische Stürmer blutete heftig am Kopf, woraufhin Schiedsrichter José Luis Sánchez Martínez vom Video-Assistenten an die Seitenlinie geschickt wurde. Nach Ansicht der Bilder entschied der spanische Unparteiische auf Elfmeter und Gelb-Rot für Bensebaini. Zuvor hatte er bereits Schlotterbeck und Atalantas Giorgio Scalvini auf der Bank mit Rot bestraft.
Lazar Samardzic, der ehemalige Hertha-Spieler, verwandelte den Elfmeter zum 4:1 für Bergamo in der 98. Minute und besiegelte damit das Aus des BVB in der Champions League.
Vertragsfrage bleibt ungeklärt
Die Niederlage wirft erneut Fragen zur Zukunft von Nico Schlotterbeck beim BVB auf. Der Star-Spieler lässt die Vereinsführung seit Monaten im Unklaren darüber, ob er seinen Vertrag verlängern wird. Neben einer deutlichen Gehaltserhöhung fordert der Abwehrspieler Berichten zufolge eine schriftliche Titelgarantie.
Das frühe Ausscheiden im DFB-Pokal in der dritten Runde gegen Bayer Leverkusen und nun auch das Champions-League-Aus sprechen jedoch nicht für eine Verlängerung des Vertrags. Die sportliche Perspektive des Vereins wird für Schlotterbecks Entscheidung eine entscheidende Rolle spielen.
Die umstrittene Rote Karte und die fehlende Erklärung des Schiedsrichters haben den Frust des Spielers zusätzlich verstärkt. Ob dies Auswirkungen auf seine Vertragsentscheidung haben wird, bleibt abzuwarten.



