SV Siedenbollentin vor entscheidenden Wochen im Oberliga-Fußball
Der Aufsteiger SV Siedenbollentin steht in der Fußball-Oberliga vor einer äußerst kritischen Phase. Trainer Christoph Haker warnt eindringlich vor den kommenden Wochen, die über den Klassenerhalt entscheiden könnten. Am Samstag empfängt die Mannschaft den FSV Optik Rathenow in einem immens wichtigen Nachholspiel, doch die Personalprobleme sind weiterhin gravierend.
Drei Leistungsträger gesperrt – Verletzte belasten Kader
Christoph Haker muss gleich auf drei zentrale Spieler verzichten, die aufgrund von Gelbsperren ausfallen. Ben Tiede erhielt seine zehnte gelbe Karte, Tom Kliefoth die fünfte, und Tom Selchow ist nach einer gelb-roten Karte gesperrt. „Das tut schon weh“, kommentiert der Trainer die Ausfälle. Zusätzlich fehlen die verletzten Patryk Galoch, Julian Schultze und Leon Gehrt, was die Situation weiter verschärft.
Immerhin kehren Oskar Fijalkowski und Jakub Klimko zurück, die zuletzt mit muskulären Problemen zu kämpfen hatten. Dennoch bleibt die Personallage angespannt, gerade in einer Phase, in der jeder Punkt zählt.
Vier Niederlagen in fünf Spielen – Stimmung auf dem Tiefpunkt
Nach einer enttäuschenden Serie von vier Niederlagen aus den letzten fünf Partien ist die Stimmung im Team gedrückt. Die 1:2-Heimniederlage gegen Klosterfelde vor sieben Tagen wirkte besonders demoralisierend. „Alle waren angefressen, natürlich. Aber ich denke, die Mannschaft hat jetzt den Ernst der Lage erkannt“, sagt Haker. Er betont, dass die kommenden Wochen entscheidend für die Saison sein werden.
Erstmals haben auch einige Fans des Vereins, liebevoll „Bolle“ genannt, Unmut geäußert. Haker nimmt dies zur Kenntnis: „Sicherlich waren die Fans nach der Hinrunde auch ein wenig verwöhnt. Ich würde die Saison auch lieber entspannt zu Ende spielen. Aber so eine Situation gehört zu einer Entwicklung dazu.“ In der Hinrunde hatte Siedenbollentin eine beeindruckende Serie von zehn Spielen ohne Niederlage hingelegt.
Tabellensituation und Abstiegsgefahr
Aktuell hält Siedenbollentin zwölf Punkte Vorsprung auf den ersten direkten Abstiegsplatz. Allerdings ist der mögliche Relegationsplatz 14 nur fünf Punkte entfernt. Angesichts der komplexen Abstiegsregeln in der fünften Liga, bei denen die dritte Liga und die Regionalliga eine große Rolle spielen, könnte aus Rang 14 schnell ein direkter Abstiegsplatz werden. Der Druck ist also hoch.
Das Hinspiel in Rathenow hatte Siedenbollentin souverän mit 3:1 gewonnen. Doch der Gegner ist in Form: Unter Kulttrainer Ingo Kahlisch gelangen der Optik-Elf zuletzt zwei Siege in Folge. „Es wird nicht einfach, aber wir wollen die zwei Punkte“, bekräftigt Haker die Ambitionen seines Teams.
Enger Spielplan – Nächste Herausforderung folgt schnell
Bereits am Dienstag steht für Siedenbollentin das nächste Nachholspiel an, dann bei Eintracht Mahlsdorf. Der enge Spielplan und die Personalprobleme stellen den Aufsteiger vor eine enorme Herausforderung. Die kommenden Spiele werden zeigen, ob das Team den Abstiegskampf meistern kann oder in die gefährliche Nähe der Abstiegsplätze rutscht.



