Frust in Siedenbollentin: Aufsteiger verliert Heimspiel gegen Union Klosterfelde
Siedenbollentin • Der SV Siedenbollentin hat in der Fußball-Oberliga eine bittere Heimniederlage gegen Union Klosterfelde hinnehmen müssen und befindet sich nun im akuten Abstiegskampf. Das Spiel endete mit einem 1:2 für die Gäste und offenbarte deutliche Schwächen bei den Gastgebern.
Trübes Frühjahr nach goldenem Herbst
Während der Herbst mit zehn Spielen ohne Niederlage noch wunderschön für den SV Siedenbollentin verlief, droht das Frühjahr zu einer tristen Angelegenheit zu werden. Nach der 1:2-Niederlage im Aufsteiger-Duell gegen Union Klosterfelde ist Bolle, wie der Verein liebevoll genannt wird, im Abstiegskampf angekommen. Trainer Christoph Haker äußerte sich besorgt: „Wenn das nicht schnell besser wird, dann werden wir noch arge Probleme bekommen.“ Aktuell hat der SVS zwar noch zwölf Punkte Vorsprung auf den ersten direkten Abstiegsplatz, doch der mögliche Relegationsplatz ist nur fünf Punkte entfernt.
Wiederkehrende Fehler kosten den Sieg
Bei Siedenbollentins Auftreten derzeit kommt einem der Filmklassiker „Und täglich grüßt das Murmeltier“ in den Sinn. Es sind immer die gleichen Fehler, die den SVS in Schwierigkeiten bringen. Klosterfelde ging bereits nach drei Minuten in Führung, als Gentuar Durmishi seelenruhig durch die Bolle-Abwehr laufen konnte. Leon Walter nutzte das Abspiel zum 1:0. Trainer Haker bezeichnete das Abwehrverhalten seiner Männer als dämlich. Zwar kamen die Gastgeber durch einen verwandelten Foulelfmeter von Daniel Eidtner in der 38. Minute noch vor der Pause zum Ausgleich, doch das Spiel blieb fehlerhaft.
Rote Karte und verpasste Chancen
Die Situation änderte sich auch nicht, als Klosterfeldes Simo Collins nach einem Foul an Tom Kliefoth in der 54. Minute glatt Rot sah. Bei Bolle blieb vieles Stückwerk, während die Spielanlage der Gäste wesentlich reifer wirkte. „In Überzahl hatten wir zwei, drei gute Möglichkeiten, doch die haben wir einfach schlecht ausgespielt“, kritisierte Trainer Haker. Gefährlicher waren sogar die Gäste, die durch Irfan Brando erneut in Führung gingen. Aus gut 30 Metern hämmerte der Mittelfeldspieler einen Freistoß-Ball direkt ins Bolle-Gehäuse. Haker beschrieb die gesamte Szene, vom Foul bis zum Tor, als Katastrophe: „Mit solchen Fehlern kannst du hier kein Spiel gewinnen.“ Zu allem Überfluss sah Mittelfeldspieler Tom Selchow in der Nachspielzeit auch noch Gelb-Rot und wird am kommenden Samstag gegen Rathenow fehlen.
Klosterfeldes Trainer zufrieden mit Sieg
Klosterfeldes Trainer Lucio Geral, der Union erst in der Winterpause übernommen hatte und jetzt den sechsten Sieg in Folge feierte, räumte ein, dass er mit einem Unentschieden durchaus hätte leben können. „Aber wir hatten die bessere Spielanlage und aufgrund der Unterzahl denke ich, dass der Sieg nicht unverdient war“, sagte er. Die Mannschaft von Siedenbollentin spielte mit: Delpino, Tiede, Hartig, Ladwig, Kortüm, Selchow, Kliefoth, Appiah, Knechtel (70. Müller), Appiah, Eidtner, Möller.



