Tobias Sippel startet bei Gladbach in eine ungewöhnliche Doppelrolle
Eine besondere Konstellation erwartet Tobias Sippel bei Borussia Mönchengladbach. Der langjährige Torwart, der seit fast elf Jahren beim Verein unter Vertrag steht, übernimmt ab der Saison 2026/27 eine neuartige Doppelposition. Sippel wird weiterhin als Backup-Torwart im Lizenzkader zur Verfügung stehen und gleichzeitig als Jugend-Torwarttrainer im Nachwuchsbereich tätig sein.
Von der zweiten Reihe in eine Schlüsselposition
Tobias Sippel wechselte 2015 vom 1. FC Kaiserslautern an den Niederrhein und wusste von Beginn an, dass er hinter Stammtorwart Yann Sommer in der zweiten Reihe stehen würde. Diese Rolle hat der 36-Jährige über Jahre hinweg mit großer Verlässlichkeit ausgefüllt. Nun erhält seine Karriere eine neue Dimension.
„Diese Konstellation ist auf jeden Fall selten“, erklärt Sippel im Gespräch. „Gerade für Spieler, die lange in einem Verein sind und früh wissen, dass sie später als Torwarttrainer arbeiten möchten, kann das ein spannender Weg sein.“ Entscheidend sei dabei die richtige Einstellung: „Man sollte das nicht einfach nebenbei machen, sondern mit echter Leidenschaft.“
Ein voller Wochenplan und neue Perspektiven
Der neue Aufgabenbereich bedeutet für Sippel einen straffen Zeitplan. Vormittags trainiert er mit den Profis, nachmittags widmet er sich den Nachwuchstorhütern. „Meine Woche ist ziemlich voll. Gerade im Nachwuchs ist viel Flexibilität gefragt“, berichtet der Torwart.
Der Perspektivwechsel hat ihn auch persönlich verändert: „Ich habe gemerkt, dass ich mich weniger in den Vordergrund stelle. Heute liegt mein Fokus stärker darauf, die anderen bestmöglich vorzubereiten.“ Sippel setzt dabei auch auf moderne Methoden wie Videoanalyse.
Bindeglied zwischen Mannschaft und Trainerteam
Eine besondere Stärke sieht Sippel in seiner Position als Vermittler zwischen Spielern und Trainerstab. „Die Spieler vertrauen mir Dinge an, die sie einem Trainer vielleicht nicht direkt sagen würden“, erklärt er. Diese Vertrauensposition hat er sich über Jahre aufgebaut.
Seine langjährige Verbundenheit mit dem Verein kommt nicht von ungefähr. „Der Verein gibt mir extrem viel Vertrauen und zeigt mir Perspektiven – auch für die Zeit nach der aktiven Karriere. Ich fühle mich hier einfach sehr wohl“, betont Sippel.
Kontakte in die Vergangenheit und Gedanken an die Zukunft
Auch zu ehemaligen Weggefährten wie Max Eberl, unter dessen Management Sippel 2015 nach Gladbach kam, besteht weiterhin Kontakt. „Das Gute ist auch: Ich kann mit ihm anders reden als manch andere. Ich darf schon sehr, sehr direkt sein“, verrät Sippel.
Trotz seiner neuen Aufgaben bleibt Sippel körperlich topfit: „Ich kann immer noch besser schießen als manch anderer, verpasse kaum ein Training und gebe stets Vollgas.“ Gleichzeitig weiß er, wann er jüngeren Torhütern Raum geben muss.
Privat begleitet ihn weiterhin der Gedanke an eine Rückkehr in seine pfälzische Heimat. „Der Traum ist auf jeden Fall noch da. Es gibt auch immer wieder Kontakt zum FCK“, gesteht Sippel. Allerdings müssten alle Faktoren passen, besonders im Hinblick auf seine Familie. „Ich würde niemals eine Entscheidung nur für mein eigenes Ego treffen, wenn sie für meine Kinder nicht gut ist.“
Mit seiner neuen Doppelrolle schreibt Tobias Sippel bei Borussia Mönchengladbach ein weiteres Kapitel seiner außergewöhnlichen Vereinskarriere und bereitet gleichzeitig den Weg für seine Zukunft im Trainerbereich vor.



