Vom Holz-Yo-Yo zum deutschen Meistertitel: Die Geschichte eines zehnjährigen Talents
Werfe ich mein Yo-Yo, rollt es sich mit Schwung ab und surrt leise beim Drehen. Unten angekommen, kann ich es um meine Finger sausen lassen, auf der Schnur hüpfen lassen oder auf meinem Finger balancieren. Die Möglichkeiten sind fast unendlich, und ich habe eigentlich immer ein Yo-Yo dabei. Das ist einer der Gründe, warum ich es so mag: Es ist klein, leicht und perfekt für zwischendurch. Selbst kurze Wartezeiten reichen für ein paar Tricks.
Der Anfang auf Kreta und der Weg zur Meisterschaft
Mein erstes Yo-Yo war aus Holz. Vor fast drei Jahren war ich mit meiner Familie auf Kreta und durfte mir im Spielzeugladen etwas aussuchen. Ich wählte das Holz-Yo-Yo und spielte den ganzen Urlaub damit. Zurück zu Hause probierte ich ein modernes Metall-Yo-Yo meines Vaters aus, das ein Kugellager hat und sich sehr lange dreht. Mein Vater zeigte mir den Anfängertrick »Rock the Baby«, und seitdem habe ich nicht mehr aufgehört.
Viele Basics lernte ich mit meinem Vater, dann suchte ich Tutorials auf YouTube und schaute Meisterschaftsvideos, um Tricks nachzumachen. Ich mag, dass es dabei kein Limit gibt – ich kann immer mehr ausprobieren und besser werden.
Erste Wettbewerbe und Begegnungen mit der Yo-Yo-Community
Vor anderthalb Jahren nahm ich an meiner ersten deutschen Meisterschaft teil. Ich wollte unbedingt mitmachen, weil ich vorher noch keine anderen Yo-Yo-Spieler getroffen hatte. Bei solchen Wettbewerben spielt jeder nacheinander auf einer Bühne zu einem selbst ausgesuchten Lied. Für Tricks und Ausführung gibt es Punkte, und die höchste Punktzahl gewinnt.
Meine Auftritte machten mich nervös, aber es war auch cool. Ich kam ins Finale und wurde Zehnte. Es war toll, endlich andere mit demselben Hobby zu treffen: zuzuschauen, Tricks beizubringen und sich zu unterhalten. Das motivierte mich weiter. Ich traf Vincent, der fast um die Ecke wohnt und ein paar Jahre älter ist. Wir treffen uns oft zum Yo-Yo-Spielen.
Internationale Erfahrungen und der Weg zum Titel
Inzwischen gehe ich zu so vielen Yo-Yo-Events wie möglich. Mit Vincent besuchte ich ein Varieté-Theater, wo Shu Takada, ein mehrfacher Weltmeister aus Japan, auftrat. Die Show war toll, obwohl er andere Tricks macht als ich. Shu ist nett und besuchte uns sogar zu Hause, um beim Training für die Weltmeisterschaften in Prag zu helfen.
Vincent und ich waren für die Vorrunde qualifiziert. Ein Vorrunden-Auftritt dauert nur eine Minute, und Fehler können das Ende bedeuten. Ich war total aufgeregt, aber die ersten Tricks klappten. Als die Zuschauer bei einem schwierigen Trick jubelten, fühlte es sich gut an. Ich spielte fast fehlerfrei weiter, aber fürs Halbfinale reichte es nicht.
Bei den deutschen Meisterschaften einige Monate später war mein Ziel, unter die besten fünf oder drei zu kommen. Im Finale legte ich den saubersten Auftritt des Wettbewerbs hin. Bei der Siegerehrung war ich überrascht, als ich meinen Namen für den ersten Platz hörte – aber es fühlte sich toll an.
<3>Zukunftspläne und die Freude am LernenIch finde es ziemlich cool, deutscher Meister zu sein. Jetzt möchte ich bei den Europameisterschaften ins Finale kommen. Sonst lerne ich einfach weiter neue Tricks. Das Yo-Yo-Spielen hat kein Limit, und das ist das Schönste daran.



